Im Gottesdienst am Sonntag, 17. Mai 2026, empfing Lias Hermelbracht das Sakrament der Heiligen Wassertaufe in der Gemeinde Hanau. Die Dienstleitung lag bei Priester Thorsten Höh.
Gottesdienst mit biblischer Grundlage
Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort aus der Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8 zugrunde:
„Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde“.
Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Priester Thorsten Höh, insbesondere die Eltern des Täuflings sowie die eingeladenen Gäste. Er wies darauf hin, dass die Taufhandlung in den Ablauf des Gottesdienstes eingebettet sei.
Einordnung des Bibelwortes
In seiner Predigt ordnete der Dienstleiter das Bibelwort in den zeitgeschichtlichen Kontext des Wirkens Jesu ein. Nach der Auferstehung habe Jesus seinen Jüngern den weiteren Verlauf des Erlösungsplans erläutert. Dazu habe insbesondere der Auftrag gehört, seine Lehre und Verheißungen als Zeugen weiterzugeben – jedoch erst nach dem Empfang der Kraft des Heiligen Geistes.
Die Jünger hätten zunächst in Jerusalem gewirkt, wo die erste christliche Gemeinde entstanden sei. Durch Verfolgung und Flucht habe sich die Botschaft anschließend in weitere Regionen ausgebreitet.
Vom frühen Christentum bis heute
Priester Höh verwies darauf, dass sich der Auftrag „bis ans Ende der Erde“ bereits in der frühen Christenheit ansatzweise erfüllt habe, etwa durch die Missionsreisen des Apostels Thomas nach Indien. Die dort entstandenen sogenannten „Thomas-Christen“ seien bis heute ein historisches Zeugnis.
Er betonte, dass sich dieser Auftrag im heutigen apostolischen Wirken fortsetze und zugleich eine kulturelle und gesellschaftliche Dimension habe. Christen seien aufgerufen, ihre Erfahrungen mit Jesus Christus weiterzugeben.
Dabei hob er hervor, dass das Zeugnisgeben nicht als Pflicht, sondern als Ausdruck persönlicher Überzeugung verstanden werde, die aus Glauben und Beschäftigung mit der Lehre Jesu erwachse.
Predigtbeitrag von Hirte Dieter Emmerich
Im Anschluss ergänzte Hirte Dieter Emmerich die Predigt. Er hob zwei Schwerpunkte hervor: die Aufbruchstimmung der ersten Christen sowie die Bedeutung der Heiligen Wassertaufe.
Er erläuterte, dass durch die Taufe ein Bund zwischen Gott und Mensch geschlossen werde und der Mensch die Zusage Gottes empfange, nicht vergessen zu werden. Sowohl Sakramente als auch Wortverkündigung seien Ausdruck göttlicher Zuwendung.
Zugleich verwies er auf die Herausforderungen des Alltags, in denen die persönliche Glaubensüberzeugung immer wieder gefordert sei – etwa im familiären oder beruflichen Umfeld. Diese Grenzen gelte es im Sinne des Glaubens zu überwinden.
Vorbereitung der Taufhandlung
Priester Höh bereitete die Gemeinde anschließend auf die Taufhandlung vor. Zunächst wurde das Vaterunser gesprochen, danach sollte die Sündenvergebung erfolgen, bevor die eigentliche Taufe stattfand.
Ansprache an die Eltern
Im Rahmen der Taufhandlung wandte sich Priester Höh direkt an die Familie Sandra, René sowie die Angehörigen Levi und Lias Hermelbracht.
Er verwies auf ein Bibelwort aus dem Römerbrief, Kapitel 8, Verse 38 und 39:
„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“
Höh erläuterte, dass die Eltern im Glauben Verantwortung für die geistliche Entwicklung ihres Kindes übernehmen und diese bis zur Konfirmation begleiten.
Er zog dabei auch ein Gleichnis Jesu über anvertraute Gaben heran, um die Verantwortung im Umgang mit dem Glauben zu verdeutlichen. Entscheidend sei das Vorbild der Eltern im Alltag.
Zudem betonte er die Verantwortung der gesamten Gemeinde, insbesondere im Umgang mit Kindern im Gottesdienst.
Bedeutung der Heiligen Wassertaufe
Zur Taufe selbst führte der Priester aus, dass sie nach neuapostolischem Verständnis die erste grundlegende Gnadenhandlung Gottes am Menschen sei. Dabei werde die Trennung des Menschen von Gott – theologisch als Erbsünde bezeichnet – aufgehoben und ein Liebesbund mit Gott geschlossen.
Nach einem Gebet stellte er den Eltern die Fragen zur Zustimmung zur christlichen Erziehung ihres Kindes. Beide bestätigten dies. Das ausgesprochene Ja wurde im Gebet vor Gott getragen.
Im Anschluss spendete Priester Höh die Heilige Wassertaufe.
Abschluss des Gottesdienstes
Nach der Taufhandlung feierte die Gemeinde noch das Heilige Abendmahl.
Der Gottesdienst wurde schließlich mit Gebet und Segen beendet.
26. Mai 2026
Text:
Heinz Walter
Fotos:
Andreas Wagner
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