Die Bitte Jesu um Einheit stand im Mittelpunkt eines Gottesdienstes am 21. Juni 2026 mit Apostel Gerd Kisselbach. Ausgehend vom Wort aus Johannes 17,20–21 beleuchtete er die Bedeutung des Einsseins in Christus. Ein besonderer Höhepunkt war die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung an einen Erwachsenen und ein Kind.
Frieden als Grundlage des Glaubens
Zu Beginn des Gottesdienstes griff Apostel Kisselbach einen Gedanken aus dem Vortrag des Chores auf. Das gesungene Gebet um Frieden passe in eine Zeit, die von Unsicherheit, Konflikten und persönlichen Herausforderungen geprägt sei. Dabei erinnerte er an die Begegnung des Propheten Elia mit Gott auf dem Berg Horeb. Gott sei dort nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer erschienen, sondern im „sanften, leisen Säuseln“.
Diesen Frieden, so der Apostel, dürften Gläubige auch heute in der Begegnung mit Gott erfahren. Gottesdienst könne helfen, innerlich zur Ruhe zu kommen und neue Kraft für den Alltag zu gewinnen.
Jesus betet für die Gläubigen
Im Mittelpunkt der Predigt stand das hohepriesterliche Gebet Jesu:
„Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien.“ (Johannes 17,20–21)
Apostel Kisselbach machte deutlich, dass Jesus nicht nur für seine damaligen Jünger gebetet habe. Sein Gebet gelte auch den Christen aller folgenden Generationen. „Christus kennt dich, er sieht dich und er betet für dich“, betonte der Apostel.
Dabei verwies er auf den zweiten Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche. Der erhöhte Christus sitze zur rechten Gottes und trete als Fürsprecher für die Gläubigen ein. Diese Gewissheit könne Vertrauen und Zuversicht schenken.
Vielfalt bewahren – Einheit leben
Ausführlich beschäftigte sich der Apostel mit der Bitte Jesu um Einheit. Einheit bedeute nicht Gleichförmigkeit. Menschen seien unterschiedlich geprägt, hätten verschiedene Begabungen, Meinungen und Lebenswege. Gerade diese Vielfalt sei Teil der göttlichen Schöpfung und bereichere das Gemeindeleben.
Entscheidend sei vielmehr die gemeinsame Ausrichtung auf Christus. Als Bild verwendete Apostel Kisselbach das Rad eines Fahrrads: Die Speichen beginnen an unterschiedlichen Punkten der Felge, laufen aber alle auf dieselbe Mitte zu. Ebenso näherten sich Gläubige einander an, wenn sie sich gemeinsam auf Christus ausrichteten.
Das Einssein entstehe durch den Glauben, der durch das Wort Gottes gestärkt werde. Deshalb seien Gottesdienst, Predigt und persönliche Glaubenspflege wichtige Voraussetzungen für eine lebendige Gemeinschaft.
Liebe als verbindende Kraft
Ein weiteres Merkmal christlicher Einheit sei die Liebe Gottes. Dabei gehe es nicht um menschliche Sympathie oder persönliche Vorlieben, sondern um die Liebe, die Gott durch den Heiligen Geist in die Herzen der Gläubigen lege.
Der Apostel erinnerte daran, dass alle Christen ein gemeinsames Ziel hätten: die Wiederkunft Jesu Christi. Dieses Ziel verbinde über Unterschiede hinweg und stärke die Gemeinschaft.
Zugleich habe das christliche Miteinander eine Wirkung nach außen. Wenn Gläubige Einheit und Liebe lebten, werde dadurch ihr Bekenntnis zu Jesus Christus sichtbar.
Predigtbeitrag: Gottes Frieden als Ausgleich
Priester Wilfried Kisselbach griff in seinem Predigtbeitrag ebenfalls einen Gedanken aus dem Chorlied auf. Besonders bewegt habe ihn die Aussage, dass Gott dem „doppelt Elenden“ auch „doppelte Erquickung“ schenke.
Er betonte, dass Gott sich den Sorgen und Belastungen seiner Kinder immer wieder zuwende. Mit Blick auf das Heilige Abendmahl erinnerte er an das Sabbatjahr und das Erlassjahr des Alten Testaments, in denen Lasten und Schulden aufgehoben wurden. Dies geschah damals jeweils in mehrjährigen Abständen-
„Bei uns ist in jedem Gottesdienst alles wieder in Ordnung“, sagte der Priester und verwies auf die Vergebung der Sünden und den Frieden des Auferstandenen.
Heilige Versiegelung für zwei Gemeindemitglieder
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung an Bruder Kadi sowie an den kleinen Elias.
In seiner Ansprache erläuterte Apostel Kisselbach die Bedeutung des Sakraments. Wie bei allen Sakramenten gebe es eine sichtbare und eine unsichtbare Ebene. Sichtbar sei die Handauflegung, unsichtbar das Handeln Gottes.
Die Hand stehe dabei symbolisch für das Geben. Gott schenke nicht irgendeine Gabe, sondern sich selbst. Mit der Gabe des Heiligen Geistes empfange der Mensch göttliche Kraft, Liebe und Besonnenheit.
Unter Bezugnahme auf die Worte des Apostels Paulus erklärte der Apostel, dass Gott nicht einen Geist der Furcht gebe, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Diese Gabe solle den Menschen helfen, den Herausforderungen ihres Lebens mit Vertrauen auf Gott zu begegnen.
Nach dem Bekenntnis der Eltern von Elias, ihr Kind im Glauben an Jesus Christus erziehen zu wollen, und dem Gelöbnis von Bruder Kadi, Jesus Christus nachzufolgen und sich auf seine Wiederkunft vorzubereiten, spendete Apostel Kisselbach beiden das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Kinder als wichtiger Teil der Gemeinde
Im Anschluss richtete der Apostel einen besonderen Appell an die Gemeinde. Kinder sollten in den Gottesdiensten nicht nur geduldet, sondern bewusst begleitet und gefördert werden.
Sie seien ein wichtiger Teil der Gemeinde und sollten die Möglichkeit haben, Gottes Liebe und Frieden kennenzulernen. Die gesamte Gemeinde trage Verantwortung dafür, Kindern Glaubenserfahrungen zu ermöglichen. Sodann feierte die Gemeinde gemeinsam Heiliges Abendmahl. Danach beendete Apostel Kisselbach den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Dank und Ausblick
Zum Abschluss dankte Apostel Kisselbach allen Mitwirkenden für die musikalische Gestaltung und ihren Beitrag zum Gelingen des Gottesdienstes. Besonders hob er die Freude über das Wirken Gottes bei der Heiligen Versiegelung hervor.
Mit Blick auf die kommenden Wochen erinnerte er an den bevorstehenden Besuch von Stammapostel Mutschler im Bezirk Offenbach im August 2026 und rief die Gemeinde dazu auf, diesen Besuch im Gebet zu begleiten.
Seinen Schlussgedanken fasste er in der Aufforderung Jesu zusammen: „Suchet, so werdet ihr finden.“ Die Gläubigen seien eingeladen, Gottes Nähe im Alltag immer wieder neu zu suchen und zu erfahren.
24. Juni 2026
Text:
Patrick Kneisel
Fotos:
Andreas Wagner
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