Ein Sonntag als „Feiertag für die Seele“: Beim gemeinsamen Gottesdienst der Gemeinden Kinzigtal, Bad Brückenau und Schlüchtern, am 25. Januar 2026, stand das Wunder von Kana im Mittelpunkt – als Zeichen göttlicher Nähe mitten im Alltag. Apostel Gerd Kisselbach erinnerte an Gottes Liebe, an Vertrauen statt Angst und an die Kraft, mit dem zu wirken, was wir haben. Ein besonderer Moment war die Heilige Versiegelung des kleinen Johann, die den Gottesdienst zu einem Zeichen von Neubeginn und Hoffnung machte.
Mit einem tief empfundenen Gebet begann der Sonntagsgottesdienst, zu dem sich die Gemeinden gemeinsam versammelt hatten. Schon in den ersten Worten wurde deutlich, worum es an diesem Morgen gehen sollte: um Dankbarkeit, um Gemeinschaft und um die spürbare Nähe Gottes. Der Altar wurde zum Mittelpunkt einer Gemeinde, die mit all dem kam, was das Leben mit sich bringt – mit Freude und Hoffnung ebenso wie mit Sorgen, Fragen und Erwartungen.
Apostel Gerd Kisselbach bat um Frieden für die Herzen der Anwesenden, um Stille nach innen und um das bewusste Wahrnehmen von Gottes Gegenwart. Es war ein Gebet, das Raum ließ für persönliche Anliegen und unausgesprochene Bitten – getragen von der Gewissheit, dass Gott die Herzen kennt, noch bevor Worte formuliert werden. Besonders eindrücklich war die Bitte um neue Sicherheit im Glauben: Gott liebt seine Kinder, begleitet sie durch alle Tage und bereitet ihnen eine Zukunft bei sich.
Begrüßung und biblischer Auftakt
Im Mittelpunkt der Predigt stand ein Bibelwort, das vielen vertraut ist: die Hochzeit zu Kana aus dem Johannesevangelium (Johannes 2,9–11). Es ist die Erzählung vom ersten Wunder Jesu, bei dem Wasser zu Wein wurde – ein Zeichen, das seine göttliche Herrlichkeit offenbarte und den Glauben seiner Jünger stärkte.
Er nahm die Gemeinde mit hinein in diese bekannte Geschichte, nicht belehrend, sondern einladend. Er erinnerte daran, dass der Sonntag im neuapostolischen Verständnis ein „Feiertag für die Seele“ ist. Ein Tag, an dem Gott dem Menschen als der Gebende begegnet: Er schenkt Frieden, Kraft und Orientierung für den Alltag.
Gottesdienst mitten im Leben
Besonders eindrucksvoll war die Verbindung zwischen biblischem Geschehen und heutiger Lebenswirklichkeit. Die Woche, so wurde deutlich, liegt oft schwer auf den Schultern der Menschen: Krankheit, berufliche Herausforderungen, Sorgen um Kinder oder Eltern, Unsicherheit angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen. All das wurde nicht ausgeblendet, sondern bewusst benannt.
Der Gottesdienst erschien dabei wie ein Ruhepunkt im Strom des Alltags – nicht als Flucht, sondern als Quelle neuer Stärke. Das Jahresmotto der Neuapostolischen Kirche „Fürchte dich nicht, glaube nur“ wurde mehrfach aufgegriffen und als Antwort auf die Ängste und Belastungen des Lebens ausgelegt. Glaube, so wurde erklärt, sei keine abstrakte Überzeugung, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott: getragen von seiner Liebe, erfüllt von seinem Frieden und lebendig durch den Heiligen Geist.
Das Wunder von Kana – mehr als eine schöne Geschichte
Die Auslegung der Hochzeit zu Kana öffnete einen weiteren Horizont. Es ging nicht um einen „Trick“ oder eine symbolische Erzählung, sondern um ein reales Wunder, das Jesu göttliche Vollmacht sichtbar machte. Aus gewöhnlichem Wasser wurde nicht nur Wein, sondern – wie der Speisemeister feststellte – besonders guter Wein.
Dieses Wunder wurde als Auftakt des öffentlichen Wirkens Jesu verstanden: als Zeichen dafür, dass in ihm wahrer Mensch und wahrer Gott zusammenkommen. Nicht, um alltägliche Probleme dauerhaft zu lösen, sondern um zu zeigen, wer er ist: der Sohn Gottes, der Messias, der Erlöser.
Zugleich wurde der Blick auf Maria gelenkt. Ihr Satz „Was er euch sagt, das tut“ wurde als zeitlose Einladung verstanden – nicht nur an die Diener damals, sondern an die Gemeinde heute. Was sagt Christus uns heute? Die Antwort fand der Apostel im Evangelium selbst: im Doppelgebot der Liebe.
Geliebt sein – und lieben lernen
Mit großer Klarheit wurde ausgesprochen, was im christlichen Glauben grundlegend ist: Gott liebt den Menschen. Diese Liebe ist vollkommen, tragfähig und unabhängig von Leistung oder Stimmung. Sie gilt jedem Einzelnen – ohne Abstufungen.
Aus dieser Liebe erwächst zugleich eine Aufgabe: die Fähigkeit und der Auftrag, Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Der Gottesdienst machte deutlich, dass diese Liebe keine Theorie ist, sondern das gestaltende Element christlichen Lebens sein soll – in Familien, in der Gemeinde, im Alltag.
Dabei wurde bewusst auf Überforderung verzichtet. Niemand müsse „mehr“ leisten als andere. Jeder habe die gleiche Liebe Gottes empfangen – und sei eingeladen, daraus zu leben.
Prioritäten setzen – mit Blick auf die Ewigkeit
Ein weiterer Gedanke griff Worte aus der Bergpredigt auf: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes.“ Die Sorgen des Alltags wurden ernst genommen – und zugleich in eine größere Perspektive gestellt. Beruf, Versorgung, Zukunftsfragen seien notwendig, aber nicht das Letzte.
Mit einem persönlichen Beispiel wurde deutlich, wie leicht Gott im Alltag an den Rand gedrängt werden kann – nicht aus Ablehnung, sondern aus Zeitmangel. Umso eindringlicher war die Einladung, Prioritäten zu überdenken und das Ewige nicht aus dem Blick zu verlieren.
Nimm, was du hast
Ein besonders lebensnaher Impuls schloss diesen Teil der Predigt ab: Jesus forderte die Diener nicht auf, etwas Unmögliches zu tun, sondern sagte schlicht: „Füllt die Krüge mit Wasser.“ Sie sollten das einsetzen, was bereits da war.
Übertragen auf das Gemeindeleben hieß das: Niemand muss warten, bis er „genug“ Zeit, Kraft oder Fähigkeiten hat. Gott wirkt durch das, was Menschen mitbringen – und segnet das ehrliche Bemühen. Ein Gedanke, der Mut machte und zur Mitarbeit einlud.
Impulse zum Heiligen Abendmahl
Im anschließenden Predigtbeitrag von Bezirksvorsteher Evangelist Steffen Möll wurde dieser Gedanke vertieft. Er lenkte den Blick auf Jesu heilende und verbindende Kraft: auf die Fähigkeit Christi, Brüche zu heilen, Fehler zu überwinden und Frieden zu schenken.
Das Heilige Abendmahl wurde als Friedensmahl beschrieben – als Begegnung mit Christus, der mitten in einer oft unfriedlichen Welt seinen Frieden zuspricht. Besonders betont wurde, dass Gottes Wirken oft im Verborgenen geschieht – sichtbar vor allem für jene, die glauben und sich ihm anvertrauen.
Ein besonderer Moment: Heilige Versiegelung
Ein Höhepunkt des Gottesdienstes war die Heilige Versiegelung (Sakrament zur Spendung des Heiligen Geistes) des kleinen Johann. In einer sehr persönlichen Ansprache wurden die Eltern für ihre bewusste Entscheidung gewürdigt, ihrem Kind den Weg des Glaubens von Anfang an zu eröffnen.
Dabei wurde deutlich: Die Verantwortung für die Glaubensweitergabe liegt nicht nur bei den Eltern, sondern bei der ganzen Gemeinde. Kinder sollen nicht geduldet, sondern willkommen geheißen werden – als gleichwertiger Teil der Gemeinschaft.
Mit der Heiligen Versiegelung wurde dem Kind die Gabe des Heiligen Geistes zugesprochen – als Zeichen der Liebe Gottes und als Begleitung für das ganze Leben. Ein Moment großer Stille und spürbarer Nähe Gottes.
Heiliges Abendmahl, Dank und Segen
In der Feier des Heiligen Abendmahls fand der Gottesdienst seine Mitte. Die Gemeinde war eingeladen, in Dankbarkeit und Frieden Gemeinschaft mit Christus zu erleben.
Das Schlussgebet spannte noch einmal den weiten Bogen: von den Kindern über die Familien, von den Jugendlichen bis zu den Senioren, von den Gesunden bis zu den Kranken. Auch der Blick auf die weltweite Kirche und ihre Verantwortung wurde nicht vergessen.
Mit dem Schlusssegen endete der Gottesdienst – nicht als Abschluss, sondern als Sendung in den Alltag. Der Dank an die angereisten Gemeinden und der musikalische Schluss des Chores rundeten einen Gottesdienst ab, der vielen spürbar gutgetan hatte.
Ein Sonntag, der seinem Namen gerecht wurde: ein Feiertag für die Seele.
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