Bezirksapostel Stefan Pöschel stellte in einem Abendgottesdienst am 17. Juni 2026 den Glauben als Schlüssel zum Erkennen Gottes in den Mittelpunkt. Ausgehend von Hebräer 11,3 spannte er den Bogen von der Schöpfung über das persönliche Gottesbild bis hin zur Hoffnung auf die Vollendung bei Gott. Beiträge von Priester Marco Estermann und Evangelist Andreas Vogel ergänzten die Predigt. Zu diesem Gottesdienst waren alle Kirchengemeinden des Bezirkes Offenbach eingeladen. Der Gottesdienst wurde musikalisch von Chor, Orgel und Flügel gestaltet.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Hebräer 11,3 zugrunde: „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.“
Zu Beginn seiner Predigt griff Bezirksapostel Stefan Pöschel, angeregt durch das vorgetragene Chorlied, den Gedanken der Begrüßung auf. Während Menschen im Alltag oft mit Erwartungen oder Vorwürfen konfrontiert würden, begegne Gott dem Menschen anders. Er komme ihm mit Frieden, Gnade und Annahme entgegen. „Gut, dass du da bist“, beschrieb der Bezirksapostel die Haltung Gottes gegenüber jedem Einzelnen.
Anschließend lenkte er den Blick auf das sogenannte „Glaubenskapitel“ im Hebräerbrief. Glaube sei weit mehr als ein theologischer Begriff oder ein gemeinsames Bekenntnis. Er habe auch eine persönliche Dimension. Stammapostel Jean-Luc Schneider habe Glauben einmal als „feste Zuversicht auf die Zusagen Gottes“ beschrieben. Daraus folge das Vertrauen darauf, dass Jesus Christus seine Verheißungen erfüllt.
Der Schöpfergott und seine Schöpfung
Ausführlich beschäftigte sich der Bezirksapostel mit dem ersten Glaubensartikel und dem Bekenntnis zu Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde. Wer an Gott glaube, könne hinter der sichtbaren Welt dessen Wirken erkennen.
Dabei stellte er heraus, dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse und der Glaube an den Schöpfer nicht ausschließen. Die Größe des Universums ebenso wie die Komplexität des menschlichen Lebens seien Anlass zum Staunen über Gottes Schöpfung.
Besonders hob er hervor, dass jeder Mensch von Gott gewollt sei. Niemand sei zufällig entstanden. Gott habe jeden Menschen geschaffen und ihm eine unsterbliche Seele gegeben. Daraus ergebe sich auch die Bestimmung des Menschen: die Gemeinschaft mit Gott.
Zwar sei diese Gemeinschaft durch den Sündenfall gestört worden, Gott habe seinen Plan jedoch niemals aufgegeben. Sein Ziel bleibe unverändert, den Menschen dauerhaft in seine Gemeinschaft zu führen.
Ein Gott, der sich dem Menschen zuwendet
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war das Gottesbild. Bezirksapostel Pöschel zeichnete das Bild eines liebenden Vaters, der den Menschen kennt und ihm zugewandt bleibt.
Anhand der Gleichnisse Jesu erinnerte er daran, dass Gott sich selbst um die kleinsten Geschöpfe kümmert. Wenn Gott schon jeden Sperling kenne, wie viel mehr gelte seine Fürsorge dem Menschen.
Besonders eindrücklich verwies der Bezirksapostel auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dort werde sichtbar, wie Gott dem Menschen begegne: nicht mit Vorwürfen, sondern mit offenen Armen.
Wörtlich sagte er: „Das ist mein und das ist dein Gott, der nichts zum Vorwurf macht, der den Sünder nicht straft, der selbst dem nachgeht, der sich von ihm abgewandt hat.“
An die Eltern gerichtet betonte er: „Es ist ein lieber Gott. Es ist nie ein strafender Gott.“
Verantwortung für Schöpfung und Seele
Aus dem Glauben an den Schöpfer erwachse auch Verantwortung. Diese betreffe nicht nur den Umgang mit der sichtbaren Schöpfung und ihren Ressourcen, sondern ebenso den eigenen Menschen.
Der Bezirksapostel erinnerte daran, sorgsam mit dem eigenen Körper umzugehen und auf notwendige Ruhephasen zu achten. Noch wichtiger sei jedoch die Sorge um die eigene Seele. Besuch der Gottesdienste, die Begegnung mit Gott und die Pflege des Glaubens seien Ausdruck dieser Verantwortung.
Dabei ermutigte er die Zuhörer, auf Gottes Führung zu vertrauen. Gott halte die Schöpfung in seiner Hand und führe seinen Plan zur Vollendung.
Vertrauen auf Gottes Möglichkeiten
Im Predigtbeitrag griff Priester Marco Estermann, stellvertretender Bezirksvorsteher, den Gedanken der Schöpfung auf. Er stellte die Frage nach dem Ursprung des Universums in den Zusammenhang von Wissenschaft und Glauben.
Dabei betonte er, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse den Glauben an Gott nicht ausschließen. Vielmehr könne der Gläubige hinter allen Entwicklungen Gottes Wirken erkennen.
Den Gedanken übertrug er auf das persönliche Glaubensleben. Auch wenn Menschen ihre Unvollkommenheit erkennen und manchmal an sich selbst zweifeln, dürften sie darauf vertrauen, dass Gott aus Unvollkommenem etwas Vollkommenes schaffen könne.
„Dann kann ich auch darauf vertrauen, dass er aus mir, unvollkommenen Menschen, etwas machen kann, der einmal Bewohner dieser ewigen Herrlichkeit sein wird“, sagte Priester Estermann.
Gottes Wirken sichtbar werden lassen
Evangelist Andreas Vogel, Vorsteher der Gemeinde Schlüchtern, knüpfte in seinem Beitrag an die Predigtgedanken an. Wer nur oberflächlich auf die Welt schaue, sehe lediglich die äußeren Dinge. Der Glaube ermögliche jedoch einen tieferen Blick auf Gottes Wirken.
Er rief dazu auf, dass Christen durch ihr Verhalten, ihre Worte und ihr Streben Gottes Liebe sichtbar werden lassen. Nicht das äußere Erscheinungsbild sei entscheidend, sondern dass im Leben eines Christen erkennbar werde, wem er nachfolgt.
Dabei erinnerte er auch an die Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. Kinder sollten nicht nur das Sichtbare wahrnehmen, sondern lernen, die unsichtbare Wirklichkeit Gottes zu erkennen.
Mit den Augen des Glaubens sehen
In seinen abschließenden Gedanken führte Bezirksapostel Pöschel zum Heiligen Abendmahl hin. Die sichtbare Hostie sei mehr als Brot und Wein. Erst der Glaube ermögliche den Blick auf die Gegenwart Jesu Christi in Leib und Blut.
Er stellte die Frage: „Was siehst du?“, und machte deutlich, dass viele geistliche Wirklichkeiten nur mit den Augen des Glaubens erkannt werden können.
Im Schlussgebet dankte er für die Gemeinschaft mit Gott und bat um Bewahrung für die Kirche Christi sowie für alle Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Zugleich brachte er die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und die Vollendung der Gemeinschaft mit Gott zum Ausdruck.
Mit dem trinitarischen Segen und dem dreifachen Amen endete der Gottesdienst.
Abschließend lenkte der Bezirksapostel den Blick auf den anstehenden Besuch des Stammapostels Helge Mutschler am 16. August 2026 in Hanau, wo er im Congress Park Hanau einen Gottesdienst für den Kirchenbezirk Offenbach feiern wird, der per IPTV in die Kirchengemeinden der Gebietskirche Westdeutschland übertragen wird. Er dankte allen, die an den Vorbereitungen für diesen Tag mitwirken. Ausdrücklich dankte er auch für jedes Gebet, in dem für ein gutes Gelingen gebetet werde.
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