Am Sonntag, 29. Juni 2025, feierte die neuapostolische Gemeinde Aschaffenburg ihr 100-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, zu dem sie herzlich zum Jubiläumsgottesdienst mit anschließendem Tag der offenen Tür einlud.
Nach monatelanger Vorbereitung war es endlich soweit: Der große Festtag war gekommen. Mehr als 140 Gemeindemitglieder, Gäste und Freunde der Kirche versammelten sich – trotz der hochsommerlichen Temperaturen – in der festlich geschmückten Kirche, um gemeinsam einen feierlichen Gottesdienst zu erleben, den der Bezirksvorsteher Steffen Möll durchführte.
Unter den Ehrengästen befanden sich neben zahlreichen ehemaligen Gemeindemitgliedern auch Pfarrer Dr. Hansjörg Schemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Aschaffenburg, sowie Oberbürgermeister Jürgen Herzing. Auch sein Amtsvorgänger, Alt-Oberbürgermeister Klaus Herzog, folgte der Einladung und verlieh der Feier durch seine Anwesenheit besondere Wertschätzung.
Grußwort Pfarrer Schemann
Der Festtag begann mit einem herzlichen Grußwort von Dr. Hansjörg Schemann, der der neuapostolischen Gemeinde zum 100-jährigen Bestehen seine aufrichtigen Glück- und Segenswünsche überbrachte. In seiner Ansprache würdigte er das beeindruckende ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde und hob besonders die wertvolle Zusammenarbeit der neuapostolischen Kirche mit anderen christlichen Konfessionen in Aschaffenburg hervor. Er verwies beispielhaft auf gemeinsame Aktivitäten wie die „Nacht der offenen Kirchen“, die das Miteinander der christlichen Kirchen in gelebter Ökumene zum Ausdruck bringen. Er bat die Gemeindemitglieder, sich weiterhin mit ihren Schwerpunkten und Begabungen in die ökumenischen Unternehmungen vor Ort einzubringen und somit mitzubauen an dem Welthaus Ökumene, wie es auch im 1. Petrusbrief heißt: „Und auch ihr, . als lebendige Steine, erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft...“(1.Petr.2,5).
Dankbarkeit für Veränderungen
Dem Festgottesdienst lag das Bibelwort aus Apostelgeschichte 2,42 zugrunde: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“
Zu Beginn seiner Predigt richtete sich Bezirksvorsteher Steffen Möll zunächst mit einem Appell an die Gemeinde: Er ermutigte die Anwesenden, sich bewusst zu machen, wie reich sie durch ihre Gemeinschaft beschenkt seien – und mit einem dankbaren Herzen auf das zu blicken, was in den vergangenen 100 Jahren gewachsen sei. Denn auch die vielen Veränderungen, die die Gemeinde im Laufe ihrer Geschichte durchlebt habe, seien Ausdruck göttlicher Führung und Grund zur Freude, da sich vieles zum Positiven gewandelt habe.
Die vier Säulen des Evangeliums
Die vier im Bibelwort genannten Elemente – Apostellehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet – bezeichnete er als tragende Säulen des Evangeliums, an deren Beständigkeit sich die Gemeinde seit ihrer Gründung orientiert habe. Denn, so betonte er: Das Evangelium habe sich nicht verändert.
Die Apostellehre sei das Fundament der Gemeinde, mit Jesus Christus als dem Eckstein. Sein Leben – geprägt nicht allein durch Worte, sondern durch sein beispielhaftes Handeln – sei allen Gläubigen Vorbild. Daraus wachse die Möglichkeit, kontinuierlich voneinander und von Christus selbst zu lernen. Die Gemeinschaft bedeute weit mehr als bloßes Miteinander. Sie sei ein Raum, in dem Freud und Leid geteilt würden. Der Verzicht des Einzelnen werde dabei zum Gewinn für alle. Das Brotbrechen beschrieb er als ein vielschichtiges Geschehen: Gedächtnismahl, Bekenntnismahl und zugleich ein Zukunftsmahl voller Verheißung – eine tiefe Verbindung zwischen Erinnerung, Bekenntnis und Hoffnung. Schließlich das Gebet, das er als „das Atmen der Seele“ bezeichnete – eine lebensnotwendige Verbindung zwischen Mensch und Gott, die Kraft, Trost und Orientierung schenkt. Ein besonderes Zeichen der Kontinuität und Beständigkeit sah Bezirksvorsteher Möll auch darin, dass die Gemeinde im Laufe eines Jahrhunderts nur von fünf Gemeindevorstehern geleitet wurde.
Grußwort Oberbürgermeister Herzing
Nach dem Ende des Gottesdienstes trat Oberbürgermeister Jürgen Herzing ans Rednerpult und richtete ein herzliches Grußwort an die versammelte Gemeinde. Mit spürbarer Wertschätzung bedankte er sich zunächst für die ansprechende Predigt. Besonders bewegend fand er das gemeinsame Abschlusslied „Großer Gott, wir loben dich“, das bei ihm eine Gänsehaut ausgelöst habe. In seiner Ansprache hob der Oberbürgermeister hervor, wie wichtig der verbindende Charakter von Religionen sei. Die Stadt Aschaffenburg sei seit jeher von christlichen Traditionen geprägt, die nicht nur das kulturelle Erbe, sondern auch das soziale Miteinander im Alltag wesentlich beeinflussen. Besonders betonte er das vertrauensvolle und herzliche Miteinander zwischen den Kirchen und der Stadtverwaltung. In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an viele bereichernde Erlebnisse und Begegnungen in der Zusammenarbeit mit den kirchlichen Vertretern.
Vorstellung NAK-karitativ
Anschließend stellte Manfred Franze die Organisation NAK-karitativ vor – eine gemeinnützige Einrichtung der Neuapostolischen Kirchen Deutschlands. In einem kurzen Rückblick präsentierte er vergangene Hilfsprojekte und lenkte dann den Blick auf ein aktuelles Vorhaben: „Mit Wasser, Toiletten und Gärten Bildung gestalten – für Kinder in Sambia“. Im Sinne des aktuellen Jahresmottos der Kirche „Es ist Zeit, Gutes zu tun!“ rief er die Gottesdienstbesucher zu großzügigen Spenden auf. Daraufhin kündigte Jürgen Herzing an, 1.000 € an NAK-karitativ zu spenden. Diese großzügige Geste wurde von Herrn Franze sowie dem Gemeindevorsteher, Bezirksevangelist Schölzel, mit großer Dankbarkeit entgegengenommen.
Tag der offenen Tür
Im Anschluss an die Vorträge waren alle Gottesdienstbesucher herzlich zu einem Sektempfang im Außenbereich sowie zum darauffolgenden Tag der offenen Tür eingeladen. Ein vielfältiges Angebot an Speisen und gekühlten Getränken sorgte für das leibliche Wohl. Am Stand von NAK-karitativ erhielten die Gäste Einblicke in die Hilfsprojekte der Organisation. Zudem konnten sie einen Film über die vielfältigen Aktivitäten und Festtage der Gemeinde im Laufe der Jahre ansehen oder in der eigens zu diesem Anlass erstellten Festschrift schmökern.
Besonders kreativ präsentierten sich die Jugendlichen der Gemeinden – sie stellten sich auf individuell gestalteten Puzzleteilen vor. Später boten die Jugendlichen auch Kinderschminken an – ein Highlight für die kleinen Gäste. Am Nachmittag wurden schließlich blaue, mit Helium gefüllte Ballons samt Grußkarten in den Himmel geschickt.
Trotz der großen Hitze herrschte eine fröhliche, gelöste Atmosphäre – ein rundum gelungenes Fest für alle Gemeindemitglieder und ihre Gäste.
von links nach rechts: Jens Schölzel, Monika Brüggemann, Sven-Olaf Brüggemann, Gudrun Herzog, Klaus Herzog, Jürgen Herzing
30. Juni 2025
Text:
Julia Böhringer
Fotos:
Andreas Wagner
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