Trotz sommerlichen Temperaturen bei weit über 30 Grad war die Kirche in Aschaffenburg am Mittwochabend, 5. August 2026, gut besucht. Apostel Gerd Kisselbach feierte mit Gläubigen aus den Gemeinden Aschaffenburg, Klingenberg, Seligenstadt und Wertheim einen Gottesdienst. Im Mittelpunkt stand das Wort aus Philipper 4,4: „Freut euch in dem Herrn allewege; und abermals sage ich: Freut euch.“
Zu Beginn seiner Predigt richtete Apostel Gerd Kisselbach den Blick auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Gottesdienstteilnehmer. Kinder und Jugendliche erleben Ferien oder den bevorstehenden Schulbeginn, Berufstätige stehen vor den Anforderungen des Arbeitsalltags, ältere Menschen beschäftigen Krankheit oder Einsamkeit. Trotz aller Unterschiede gelte die Aufforderung des Apostels Paulus jedem Einzelnen.
Göttliche Freude
Die Freude, von der Paulus spricht, sei nicht von äußeren Lebensumständen abhängig, so wie eine gute Laune die wir vielleicht haben, wenn alles gut läuft in unserem Leben. Sie gründe sich vielmehr auf die Gemeinschaft mit Christus. Diese Verbindung trage auch dann, wenn Sorgen, Krankheit oder persönliche Belastungen den Alltag bestimmten. Die Beziehung zu Gott sei die Quelle einer Freude, die über wechselnde Lebensumstände hinaus Bestand habe. Denn durch Gottes unveränderliche Liebe zu uns werde uns diese Freude zu teil. Deshalb lohne es sich die Beziehung zu Gott zu kräftigen.
Gottes Nähe heute und in der Zukunft
Ausgehend vom weiteren Verlauf des Philipperbriefes erläuterte der Apostel die Aussage „Der Herr ist nahe“. Sie beschreibe zum einen Gottes Gegenwart im täglichen Leben, zum anderen die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi. Er zitierte hierzu auch aus dem 139. Psalm Davids „Von allen Seiten umgibst du mich und hälst deine Hand über mir“, welcher eine besondere Nähe ausdrücke. Wer aus dieser Nähe Gottes lebe, gewinne Orientierung und werde befähigt, anderen Menschen mit Güte und Wohlwollen zu begegnen. So werde der Glaube auch im Alltag sichtbar.
Bischof Kramer vertieft den Gedanken
Bischof Jürgen Kramer griff diesen Gedanken in seinem Predigtbeitrag auf. Wahre Freude, so führte er aus, entstehe nicht aus günstigen Lebensumständen, sondern aus einer lebendigen Beziehung zu Gott.
Zur Veranschaulichung schilderte er die Geschichte des amerikanischen Juristen und Liederdichters Horatio G. Spafford, der nach dem Tod seiner vier Töchter den Liedtext „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“ verfasste. Sie zeige, dass selbst tiefes Leid die Verbindung zu Gott nicht aufheben müsse. „Wenn unsere Gottesbeziehung von tiefem Erleben geprägt ist, dann ist es möglich, in jeder Lebenssituation diese stille Freude zu empfinden“, sagte der Bischof.
Glaubenserfahrungen miteinander teilen
Zum Abschluss ermutigte Apostel Kisselbach die Gemeinde, Gottes Nähe bewusst zu suchen – sowohl im Gottesdienst als auch im Alltag. Glaubenserfahrungen sollten nicht für sich behalten werden. Mit der Sündenvergebung, der Feier des heiligen Abendmahls und dem Schlusssegen endete dieser für die Gemeinden besondere Gottesdienst.
7. August 2026
Text:
Julia Böhringer
Fotos:
Andreas Wagner
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