Am 14.4.2024 erlebte die Gemeinde Offenbach einen besonderen Festgottesdienst. Drei Konfirmandinnen und ein Konfirmand empfingen in diesem Gottesdienst durch Apostel Gerd Kisselbach den Segen zu ihrer Konfirmation. Der Apostel legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Johannes 14, 6 zugrunde: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Als Eingangslied wählte der Apostel „Bewahr‘ auf deinen Wegen…“ (315). Der Chor führte in den Gottesdienst mit dem Lied „Wie lieblich ist Zion…“
Tag des Dankens
Nach alter Tradition gläubiger Menschen wollen wir den Gottesdienst mit Danken beginnen, so der Apostel. Der Konfirmationstag gibt Anlass, dankbar auf vierzehn Jahre zurückzublicken. Der liebe Gott hat die Kinder in allen Situationen des bisherigen Lebens begleitet. Die Eltern dürfen ihren Dank in diesen Tag hineintragen, genauso auch die Konfirmanden sind eingeladen, einmal nachzuschauen, welchen Dank sie aufbringen können, Gott gegenüber und auch ihren Eltern gegenüber.
Aber Konfirmation ist mehr, so führte der Apostel aus: Ihr wollt heute das JA eurer Eltern, gegeben anlässlich eurer Taufe, übernehmen und in das Bekenntnis zu Christus hineintreten und euer Leben weiter mit Gott gestalten. Das habt ihr ja bisher auch getan. Das Leben als Christ ist euch ja nicht fremd. Aber wie soll es weitergehen?
Als Jesus nun mit seinen Jüngern sprach, hatten sie auch schon vieles mit ihm erlebt. Sie waren schon eine ganze Zeit mit ihm zusammen gewesen. Dann kamen auf einmal Fragen auf unter den Jüngern. Da stellte sich Jesus noch einmal vor: „Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben!“
Heute am Tag eurer Konfirmation ist es Christus wichtig, sich euch noch einmal vorzustellen, deutlich zu machen, wer er ist, wer er für euch sein will, so der Apostel.
Ich bin der Weg
Was ist unser Ziel? Die Herrlichkeit in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Keiner von uns kennt den Weg dorthin. Keiner kann sagen „Ich war schon mal da“. Jesus Christus kennt den Weg, er kennt das Ziel, denn er ist vom Vater ausgegangen. Er ist der Weg! Und er lädt uns ein: Folge mir nach!
Ich bin die Wahrheit
Heute meint jeder, er hätte die Wahrheit für sich gepachtet, so der Apostel. Dabei gibt es so viele Fake-news. Was er, Christus, uns sagt, das ist die Wahrheit. Daran können wir uns orientieren.
Was wir von Christus lernen als unantastbare Wahrheit aus dem Evangelium. Das ist die unergründliche Liebe Gottes zu uns, seinen Kindern. Die gilt immer, auch an Tagen, wo es uns nicht so gut geht.
Dann schauen wir in die Zukunft. Da ist unsere Sorge, wie es weitergehen soll angesichts der Probleme der Menschheit wie z.B. Erderwärmung, Kriege um uns herum und vieles mehr. Dahinein geht die Botschaft Jesu: „Siehe, ich komme bald!“
Ich bin das Leben
Gott hat uns sowohl das irdische Leben als auch das ewige Leben geschenkt. Wie gehen wir damit um? Fragte der Apostel.
Wir wollen in unserem Leben immer die richtigen Prioritäten setzen.
Er berichtete von einem Professor, der seinen Studenten etwas demonstrierte: In ein großes Glas füllte er größere Stein bis zum Rand ein und fragte, ob das Glas voll sei. Die Studenten bejahten dies. Dann nahm er kleine Steinchen und ließ sie bis zum Rand dazwischen gleiten. Auch da wurde das Glas als voll bezeichnet. Schließlich ließ er feinen Sand bis oben in das Glas rieseln. Erst dann konnte das Glas wirklich als voll bezeichnet werden.
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes…“. Unser Verhältnis zu Gott und zu unserem Nächsten, das sind die großen Steine in unserem Leben. Wenn die zuerst im Glas liegen, dann passen da auch noch andere Dinge hinein, Schule, Beruf, Karriere, Familie, Hobbys und vieles mehr.
Was kommt in der Zukunft? Da sind so viele Herausforderungen, die auf euch zukommen. Es mag euch niemals bange sein davor. Nehmt aus diesem Konfirmationsgottesdienst Jesus Christus mit in euer Leben, so der Apostel. Der Stammapostel sagte vor kurzem: „Die Antwort auf alle Lebensfragen heißt Jesus Christus!“ Das mag euch begleiten und eine Freude sein.
Der Chor leitete über zur Co-Predigt durch den Bezirksvorsteher Evangelist Steffen Möll mit dem Lied „Der Herr segne und behüte dich…“
Der Evangelist sprach die Konfirmanden an. Wenn wir in die Familien schauen, könnte man sagen: Ihr seid jetzt groß. Eure älteren Geschwister in der Familie würden sagen, nein, wir sind groß, ihr seid die Kleinen. Unsere Gemeinde könnte sagen: Wir sind groß, ihr seid die Kleinen. Und ich sage uns: Wir sind alle klein!
„Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Jesus Christus!“ (Epheser 4,15) Jeder von uns hat täglich etwas zu lernen und zu wachsen hin zur Vollkommenheit in Jesus Christus.
Ihr macht heute den ersten Schritt, erwachsen zu werden.
Mit dem Lied „Blicke nur auf Jesus“ und dem Gebet „Unser Vater“ erfolgte die Überleitung zum Heiligen Abendmahl und der Segensspendung zur Konfirmation.
Die Konfirmationshandlung wurde eingeleitet mit dem Chorlied „Herr, mach meine Seele wahrhaftig und treu…“
Aus der Ansprache an die Konfirmanden:
Bekenntnis zu Christus
Das Bekenntnis zu Christus bedeutet, den Herrn immer vor Augen zu haben, ihm Raum zu geben in meinem Denken, in meiner Persönlichkeit.
In diesem Bekenntnis steht ihr nicht alleine, ihr steht mitten in der Gemeinde. Nutzt eure Gaben und Fähigkeiten und stellt sie in den Dienst der Gemeinde.
Bekenntnis zu Christus geht auch in unseren Alltag. Es ermutigt uns, dem Nächsten immer als Christ zu begegnen, egal ob der freundlich ist oder unfreundlich, immer mit Wohlwollen und mit Respekt.
Wir gehen durch unser Leben, das ist manchmal herausfordernd und schwierig. Aber unsere Beziehung zu Gott und zu Christus ist – wie in einem Hochseilgarten – unsere Sicherung nach oben. Damit bekennt sich der Herr auch zu uns. Diese Verbindung ist nicht einseitig. Das gibt uns Sicherheit. Diese Verbindung zu Gott muss immer wieder überprüft werden. Dazu dient das Gebet und der Gottesdienst.
Ist das noch zeitgemäß? Heute bekennt man sich doch nicht zu einer Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft, der Trend ist doch eher umgekehrt. Nein, wir bekennen uns zu unserem Glauben an Jesus Christus.
Der Grund ist, weil Jesus Christus unser Weg, unsere Wahrheit und unser Leben ist.
Nach dem JA zum Bekenntnis zu Christus und seiner Sendung im Apostelamt und dem gemeinsam gesprochenen Konfirmationsgelübde folgte die Segensspendung durch Handauflegung des Apostels (siehe Foto).
Nach der Konfirmation feierte die Gemeinde das Sakrament des Heiligen Abendmahls.
Schließlich erfolgte in diesem Gottesdienst noch die Ruhesetzung von Diakon Winfried Schuff (siehe Foto).
Unser Bruder diente in Saarbrücken und in Offenbach als Diakon. Er hat immer mit Weisheit und Ruhe seinen Amtsauftrag ausgeübt. Seine Tätigkeit ist von Demut und Besonnenheit geprägt, sein Glaube ist felsenfest auf dem Evangelium gegründet. Ihnen und Ihrer Frau sagen wir von ganzem Herzen Dank, dass Sie Ihre Gaben in den Dienst des Herrn gestellt haben, so der Apostel. In einem unserer Lieder heißt es: „Treue Arbeit findet Lohn, den Jesus hält bereit. Er reicht dir die Lebenskron in seiner Herrlichkeit“.
Wie zahlt der Herr den Lohn? Er möge ihn in „Raten“ zahlen! Ich wünsche Ihnen eine erste Rate göttlichen Segens, indem Sie Ihren gesegneten Platz in der Gemeinde haben und er möge Ihnen weiterhin an jedem neuen Tag die Freude am Herrn schenken aus dem Wissen: Gott ist da und er hat mich lieb und geht mit mir. Die große „Schlussrate“ möge der Platz in der ewigen Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn in der Herrlichkeit sein.
Mit Gebet und trinitarischem Segen beendete der Apostel den Gottesdienst.
22. April 2024
Text:
Gerhard Wagner
Fotos:
Andreas Wagner
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