Am Sonntagmorgen, dem 8. März 2026, versammelte sich die Gemeinde der Neuapostolischen Kirche in Offenbach zu einem Gottesdienst unter der Leitung von Bezirksvorsteher Evangelist Steffen Möll. Der Gottesdienst stand im Zeichen der Liebe Gottes und führte inhaltlich in die bevorstehende Passionszeit hinein. In diesem Gottesdienst wurde Diakon Lars Boenigk für die Gemeinde in seinem Amt bestätigt und gehört nun zum Kreis der aktiven Geistlichen in Offenbach.
Als Grundlage für diesen Gottesdienst diente ein Bibelvers aus dem 17. Kapitel des Matthäusevangeliums:
„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“ (Matthäus 17,5)
Schon zu Beginn wurde deutlich: Der Gottesdienst sollte für die Anwesenden zu einer Begegnung mit Gott werden – zu einem Moment des Innehaltens und der geistlichen Stärkung.
Dankbarkeit, Fürbitte und das Vertrauen auf Gottes Hilfe
Im Eingangsgebet brachte der Dienstleiter die Dankbarkeit der Gemeinde zum Ausdruck. Die Versammelten kamen vor Gott mit ihren persönlichen Anliegen – mit Dank für erfahrene Führung, aber auch mit Sorgen und Herausforderungen des Alltags.
Besondere Fürbitte galt den Menschen, die weltweit unter Krieg, Not und Einsamkeit leiden. Auch Kranke, ältere Menschen und alle, die mit Belastungen zu kämpfen haben, wurden bewusst in das Gebet eingeschlossen. Gleichzeitig wurde die Bitte formuliert, selbst ein Werkzeug in Gottes Hand zu sein – dort, wo sich im Alltag Gelegenheiten ergeben, von Glauben und Hoffnung zu sprechen.
Gott ist ein Gott der Liebe
Zu Beginn seiner Predigt stellte Evangelist Möll einen zentralen Gedanken in den Mittelpunkt: Gott begegnet den Menschen nicht zuerst mit Vorwürfen, sondern mit Liebe.
Zur Veranschaulichung erinnerte er an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Wie der Vater im Gleichnis seinem heimkehrenden Sohn mit offenen Armen begegnet, so empfängt auch Gott jeden Menschen, der den Weg zurück zu ihm sucht. „Er fragt nicht zuerst, wo wir gewesen sind“, so der Dienstleiter sinngemäß. Vielmehr bereitet Gott ein Fest – ein Bild für seine vergebende und erneuernde Liebe.
Damit verband er den bekannten Psalmvers: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Gottes Fürsorge begleite den Menschen auch dann, wenn er sich von ihm entfernt habe.
Die Verklärung Jesu – Begegnung mit der Herrlichkeit Gottes
Im Zentrum der Predigt stand das Geschehen der Verklärung Jesu, von dem im Matthäusevangelium berichtet wird. Jesus nahm damals drei seiner Jünger – Petrus, Jakobus und Johannes – mit auf einen Berg. Dort erlebten sie eine außergewöhnliche Begegnung:
Jesus wurde vor ihren Augen verklärt, Mose und Elia erschienen, und aus einer lichten Wolke erklang Gottes Stimme: „Dies ist mein lieber Sohn.“
Der Berg wurde dabei zum Symbol besonderer Gottesbegegnungen. Schon im Alten Testament hatten Menschen auf Bergen prägende Erfahrungen mit Gott gemacht: Mose empfing auf dem Berg Sinai die Gebote, Abraham begegnete Gott auf dem Berg Moria.
Auch heute, so der Dienstleiter, könne der Gottesdienst zu einem solchen „Berg Gottes“ werden. Wer das Haus Gottes betritt, verlasse für einen Moment die „Niederungen des Alltags“. Dieser Weg erfordere mitunter Anstrengung – ähnlich wie eine Bergtour vorbereitet werden müsse. Doch er führe zu einer Begegnung mit Gott, die stärkt und Orientierung gibt.
Ein Moment der Stärkung
Die Verklärung Jesu hatte nach den Ausführungen des Evangelisten mehrere Bedeutungen. Sie stärkte die Jünger für ihre zukünftige Aufgabe, sie bestätigte die Gottessohnschaft Jesu und sie bereitete zugleich auf die kommenden Ereignisse der Passion vor.
Auch Jesus selbst wurde in dieser Begegnung gestärkt. Entscheidend für das Erlösungswerk Christi sei nicht allein sein Leiden gewesen, sondern sein Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. Die Verklärung zeigte, dass Jesus der Vollender des Gesetzes ist und den Menschen den Weg der Gnade eröffnet.
Berufung und Verantwortung der Gläubigen
Aus diesem Geschehen leitete der Dienstleiter auch eine Verantwortung für die Gläubigen ab. In den Sakramenten – der Taufe, der Heiligen Versiegelung und im Heiligen Abendmahl – begegne Gott den Menschen ebenfalls in besonderer Weise.
Diese Begegnungen seien nicht nur persönliche Segensmomente, sondern auch Berufung: Christen seien dazu bestimmt, eine „königliche Priesterschaft“ zu werden. Das bedeute, Gottes Liebe weiterzugeben und im Alltag Zeugnis vom Glauben zu geben.
Persönliche Erfahrungen mit dem Bibelwort
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes dienten Priester Matthias Bätzner und Priester Holger Schaaf mit eigenen Predigtbeiträgen.
Priester Bätzner schilderte, wie ihn das Bibelwort der Verklärung Jesu bereits seit seiner Jugend begleitet. Als er im Alter von 19 Jahren zum ersten Mal in ein geistliches Amt berufen wurde, habe er nach Gebet und persönlicher Prüfung genau dieses Bibelwort vor sich gefunden.
Seitdem sei es ihm in wichtigen Lebenssituationen immer wieder begegnet. Für ihn wurde daraus die Erkenntnis: Alle Gläubigen sind Kinder Gottes und tragen Verantwortung für den Glauben. Das wichtigste Kennzeichen dieser Gotteskindschaft sei die Liebe untereinander – so, wie Jesus sie vorgelebt hat.
Gottes Nähe im Leben der Gläubigen
Priester Schaaf richtete den Blick auf die Größe und Allmacht Gottes, die sich von der Zeit des Alten Testaments bis ins Neue Testament zeigt. Immer wieder habe Gott Wege gefunden, den Menschen zu begegnen – etwa in der Wolke, die seine Herrlichkeit verhüllte und zugleich offenbarte.
Diese Begegnungen sollten den Glauben stärken und den Menschen Gewissheit geben: Gott ist verlässlich und handelt aus Liebe zu den Menschen. Auch im Heiligen Abendmahl wendet sich Gott den Gläubigen zu und schenkt ihnen neue Kraft für ihren Glaubensweg.
Stärkung durch das Heilige Abendmahl
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls erinnerte der Dienstleiter an Psalm 23. Besonders der Vers „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“ beschreibe die tiefe Bedeutung dieses Sakraments.
Das Abendmahl sei eine Begegnung mit Jesus Christus selbst. Es verbinde die Gläubigen neu mit ihm, schenke Vergebung der Sünden und stärke die Seele. In diesem Moment werde deutlich, dass Gott ein Gott der Gnade und der Barmherzigkeit ist.
Bestätigung eines Diakons
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Bestätigung eines weiteren Geislichen für die Gemeinde. Diakon Lars Boenigk, der im Jahr 2016 für die Gemeinde Kevelaer (NRW) ordiniert worden war und im November 2025 in den Kreis Offenbach gezogen ist, wurde offiziell in seinem Amt für die Gemeinde Offenbach bestätigt.
Der Dienstleiter erinnerte ihn daran, dass Berufung und Auftrag bereits in seiner Ordination enthalten seien. Als persönliches Bibelwort gab er ihm Psalm 1,1.2 mit auf den Weg:
„Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht.“
Dieses Wort solle ihn im Dienst begleiten – als Erinnerung, den Tag mit Gott zu beginnen und ihn auch mit Gott zu beschließen.
Gleichzeitig richtete der Bezirksvorsteher einen Appell an die Gemeinde: Ein Geistlicher könne seinen Dienst nur dann erfüllen, wenn er von der Gemeinde angenommen und unterstützt werde. Deshalb sei es wichtig, gemeinsam Verantwortung für das Gemeindeleben zu tragen.
Mit neuer Kraft in die kommende Woche
Am Ende des Gottesdienstes dankte der Dienstleiter für die erfahrenen Segnungen. Die Gemeinde wurde ermutigt, die geistlichen Eindrücke des Gottesdienstes mit in den Alltag zu nehmen.
Mit Blick auf kommende Ereignisse – darunter ein geplanter Besuch des Apostels am Palmsonntag in Hanau für den Bezirk Offenbach – bat er um Gottes Begleitung und um vorbereitete Herzen.
Der Gottesdienst endete mit dem apostolischen Segenswort:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch.“
So gingen die Teilnehmer gestärkt und ermutigt in die neue Woche – mit dem Bewusstsein, im Glauben immer wieder „auf den Berg Gottes“ steigen zu dürfen.
13. März 2026
Text:
Patrick Kneisel
Fotos:
Andreas Wagner
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
