Am Sonntag, dem 23. November 2025, feierte die Gemeinde Offenbach einen besonderen Gottesdienst mit Bezirksvorsteher Evangelist Steffen Möll. Die Anwesenden erlebten eine bewegende Predigt, musikalische Beiträge des Chores sowie die Aufnahme von Bruder Kadi in die Gemeinde.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Dies sollte ein Gottesdienst sein, der Raum für Reflexion, Begegnung mit Gott und ein bewusstes Erleben von Gemeinschaft schenkt.
Gebet zu Beginn des Gottesdienstes
Im Eingangsgebet wandte sich Evangelist Möll dankbar an Gott für alle Momente göttlicher Führung und Fürsorge im Leben der Gläubigen. Die Gemeinde – an diesem Sonntag um zahlreiche Jugendliche aus dem Bezirk bereichert – legte im Gebet ihre persönliche Dankbarkeit, aber auch Sorgen und Nöte vor den Altar. Besonders wurden die Kranken, Schwachen und Glaubensmüden in Fürbitte eingeschlossen.
Die Bitte um Schutz, Engelbegleitung sowie ein freies Herz für das Wirken des Heiligen Geistes prägte diese einführenden Worte. Gleichzeitig erinnerte das Gebet daran, wie wichtig es ist, sich innerlich zu öffnen, Altes abzulegen und bereit zu sein für „Neues aus Gottes Hand“.
Textwort und Bibellesung
Dem Gottesdienst lag das Wort aus 1. Mose 3, Vers 9 zugrunde:
„Und Gott, der Herr, rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?“
Zur Vertiefung trugen die Jugendlichen Gloria und Tobias die Geschichte des Sündenfalls aus 1. Mose 3, Verse 1–15 in einer modernen, jugendnahen Übersetzung vor. Diese bewusst frische Sprache zeigte plastisch, wie drastisch die Ereignisse im Paradies waren und wie entscheidend die Konsequenzen dieses Moments für die gesamte Menschheit wurden.
Wo bin ich vor Gott?
In seiner Predigt führte Evangelist Möll die Gemeinde schrittweise an die Bedeutung dieser Frage heran:
1. Die Versuchung – Fragen, die in die Irre führen
Die Schlange habe im Paradies mit Fragen gearbeitet – nicht um Klarheit zu schaffen, sondern um Zweifel zu säen. „Wer fragt, der führt“, so der Prediger. Und wer mit der Absicht der Verführung fragt, der führt weg von Gott. Dieses Muster erkenne man heute überall wieder.
2. Der Zweifel – ein kalter Boden
Evangelist Möll verglich den Zweifel an Gottes Nähe und Verheißungen mit einem vereisten Boden, auf dem man ausrutschen kann. Wenn Kälte in den Glauben einzieht, werde das geistliche Fundament unsicher.
3. Die Frage Gottes heute
Gottes Ruf „Wo bist du?“ richte sich auch heute an jeden Menschen. Nicht im Sinn räumlicher Orientierung, sondern als Frage nach der inneren Haltung.
4. Gottes Nähe trotz menschlicher Schuld
Der Prediger erinnerte daran, dass Gott Adam und Eva trotz ihres Fehlers nicht verlassen hat. Bereits im Paradies kündigte er den Erlöser an.
Predigtbeitrag Priester Gerald Dittus
Priester Gerald Dittus aus der Gemeinde Offenbach ergänzte die Predigt und betonte, dass Gott Adam nicht aufgrund von Unwissenheit suchte, sondern um dessen Herz zu erreichen. Die Frage „Wo bist du?“ könne jeder auf sich selbst beziehen.
Vertiefung durch den Bezirksvorsteher
Evangelist Möll verwies auf die besondere Bedeutung gemeinsamer Glaubenserlebnisse. Er erzählte von einem Kinderwunschzettel, auf dem sich ein Kind „Schnee – wenigstens für eine Stunde“ gewünscht hatte. Dieses einfache Verlangen zeige, wie kostbar etwas sein kann, das selten geworden ist.
Vergebung der Sünden, Aufnahme und Heiliges Abendmahl
Die Gemeinde bereitete sich dann auf die Sündenvergebung und die anschließende Feier des Heiligen Abendmahls vor. In der Abendmahlsgemeinschaft schenkt Gott Kraft, Orientierung und das Wirken des Heiligen Geistes.
Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes nach der Sündenvergebung war die feierliche Aufnahme von Bruder Kadi in die Gemeinde Offenbach. Trotz seiner gesundheitlichen Situation, die ihn zum Sitzen im Rollstuhl zwinge, sei sein Glaube „aufrecht und gerade“, so der Bezirksvorsteher. Nach seinem Bekenntnis zum neuapostolischen Glauben spendete Evangelist Möll ihm den Segen zur Aufnahme und gewährte ihm somit auf Dauer den Zugang zum Heiligen Abendmahl.
Nach der Aufnahme feierte die Gemeinde zusammen Heiliges Abendmahl.
Schlusswort und Segen
Im Schlussgebet dankte Evangelist Möll für das Erleben von Wort und Gnade und bat um Bewahrung unter Gottes Schutz. Mit dem trinitarischen Segen endete der Gottesdienst.
28. November 2025
Text:
Patrick Kneisel
Fotos:
Andreas Wagner
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