Am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, feierte die Gemeinde Offenbach einen festlichen Gottesdienst unter der Leitung von Bezirksevangelist Jens Schölzel. Anlass war die Rubinhochzeit von Diakon Steffen Bartsch und seiner Frau Christina, die an diesem Tag für 40 Jahre gemeinsamen Lebensweges Gott besonderen Dank darbrachten und seinen Segen zu ihrem Ehejubiläum erhielten.
Umrahmt wurde der Gottesdienst musikalisch vom Männerchor der Bezirke Darmstadt und Offenbach, der mit kräftigem Gesang und berührenden Vorträgen zur feierlichen Stimmung beitrug.
„Wie köstlich ist deine Güte, Gott“
Dem Gottesdienst lag ein Wort aus Psalm 36, 8–10 zugrunde:
„Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“
In seiner Predigt hob Bezirksevangelist Schölzel hervor, wie tröstlich dieses biblische Bild der „Flügel Gottes“ sei. Wer unter ihnen Zuflucht suche, finde Geborgenheit, Schutz und Kraft – besonders dann, wenn Sorgen und Nöte das Leben belasten. „Bei unserem Gott ist die Quelle des Lebens“, so der Dienstleiter. „In seinem Licht erkennen wir das wahre Licht – die Liebe, die uns trägt und den Weg weist.“
Geistliche Nahrung für die Seele
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt lag auf dem „Sattwerden von den reichen Gütern des Hauses Gottes“. Diese Güter – Gottes Wort, Gnade und Sakramente – seien die geistliche Nahrung, die der Mensch brauche, um im Glauben zu wachsen und gestärkt durchs Leben zu gehen. Der Bezirksevangelist ermutigte die Gemeinde, das Angebot Gottes immer wieder anzunehmen: „Nur wer sich nährt, kann stark werden. Lasst uns die Speise, die Gott uns reicht, in uns aufnehmen und daraus Kraft schöpfen.“
Er verband diesen Gedanken mit einem herzlichen Dank an das Jubelpaar, das in 40 Jahren Ehe viele Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert habe. „Ihr habt euch aneinander festgehalten – und auch an Gottes Hand“, so Bezirksevangelist Schölzel. „Dafür dürfen wir alle dankbar sein.“
Predigtbeiträge
Im Anschluss an die Hauptpredigt diente Evangelist Patrick Kneisel, Vorsteher der Gemeinde, mit einem ergänzenden Gedanken. Er bezog sich auf den Satz „In deinem Licht sehen wir das Licht“ und veranschaulichte dies mit einem eindrücklichen Bild: „Wenn man an einem trüben Tag in einem startenden Flugzeug durch die Wolkendecke steigt, sieht man plötzlich die Sonne. So ist es auch im Glauben – das Licht Gottes ist immer da, auch wenn wir es im Alltag manchmal nicht sehen.“ Licht, so Evangelist Kneisel, bedeute Leben, Wachstum, Klarheit und Erkenntnis – und dieses göttliche Licht sei allen Gläubigen verheißen.
Priester Matthias Bäzner ergänzte in seinem Predigtbeitrag noch den Gedanken der Geborgenheit: „Es ist schön, Geborgenheit bei Christus zu haben – unter den Flügeln Gottes und in der Gemeinschaft der Gemeinde.“ Er erinnerte daran, dass jeder Mensch Fehler mache und auf Vergebung angewiesen sei: „Wir sind alle Sünder. Aber in Jesu Licht können wir einander neu ansehen – mit Liebe und Vergebung.“
Feier des Heiligen Abendmahls und Segen zur Rubinhochzeit
Nach der Wortverkündigung folgte die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls, der Höhepunkt des Gottesdienstes. Im Anschluss drückte die Tochter des Jubelpaares mit einem Solovortrag ihre Dankbarkeit und Liebe zu ihren Eltern musikalisch aus – ein besonders emotionaler Moment. Dann wandte sich Bezirksevangelist Schölzel vor dem Altar an die Eheleute Bartsch. Mit persönlichen Worten blickte er auf das gemeinsame Leben der beiden zurück und übermittelte die Grüße des Bezirksvorstehers und des Apostels.
Er legte das Bibelwort aus Lukas 5, 4–6 zugrunde – der wunderbare Fischfang des Petrus:
„Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“
„Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“
„Vielleicht ist dieses Wort ein Bild für eure Ehe“, sagte der Bezirksevangelist. „Ihr habt schon viel erlebt, manches war anstrengend, manches wunderbar. Aber Gott sagt euch: Fahrt noch einmal hinaus, vertraut mir neu, und ich werde euch segnen.“ Mit spürbarer Rührung legte er dann seine Hände auf die Hände des Paares und spendete den Segen des dreieinigen Gottes zur Rubinhochzeit.
Dank und Freude
Zum Abschluss sang der Männerchor noch einmal ein feierliches Lied, bevor die Gemeinde in dankbarer Stimmung auseinander ging.
Dieser Gottesdienst stand im Zeichen von Dankbarkeit, Licht und Geborgenheit. In Wort, Musik und Gemeinschaft wurde erfahrbar, was der Psalmist einst bekannte: „Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.“
28. Oktober 2025
Text:
Patrick Kneisel
Fotos:
Andreas Wagner
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