Thema: Spuren des Friedens – Wege der Erinnerung und der Hoffnung. Die Teilnehmer aus verschiedenen christlichen Gemeinden des Aschaffenburger Stadtteils Damm sowie vom Verein Wanderfreunde 1922 Damm e.V. fanden sich am Freitag, den 10. Oktober um 17:00 Uhr am Ehrenmal Schönberg ein, der ersten von insgesamt fünf Stationen auf einem gut 2 Kilometer langen Weg.
Frieden hat Geschichte
Regina Lang vom Verein Wanderfreunde 1922 Damm e.V. gab einen Einblick in die Geschichte des Ehrendenkmals, welches vom Denkmalverein in Damm errichtet und den Gefallenen von Damm während des Krieges 1870/71 sowie der beiden Weltkriege gewidmet wurde und wo bis heute jeweils am Sonntag nach Allerheiligen eine besondere Gedenkveranstaltung stattfindet.
Nachdem die Kirchen in Damm bei einem Bombenangriff am 21. November 1944 zerstört worden waren, wurden dort vorübergehend auch die sonntäglichen katholischen Hauptgottesdienste abgehalten.
Ein besonderes Zeichen der Bereitschaft zur Versöhnung und zum Frieden kam seitens der evangelischen und der beiden katholischen Gemeinden, als diese die Einweihung des Dämmer Mahnmales im Jahr 1926 gemeinsam feierten. Für damalige Zeiten war das noch keinesfalls üblich!
Bevor es weiterging zu der nächsten Station, wurde gemeinsam das Lied „Komm, Frieden lass dich wecken“ (Eugen Eckert) gesungen.
Aushalten – Zeichen setzen - der zweite Schwerpunkt auf unserem Weg: „Das Kreuz beim Bauern Weller“ in der Haidstraße.
Pfarrerin Viola Wölfle ging hier unter anderem darauf ein, dass dieses Kreuz an einem Ort steht, wo heute Menschen wohnen, arbeiten, unterwegs sind. Einfach mitten in unserem Leben. Dieses Bild übertrug Frau Pfarrerin Viola Wölfle auf unser geistiges Leben und auf die Bedeutung, die das Kreuz für uns Christen hat. Es soll einen zentralen Platz in unserem Leben haben, uns Mut und Kraft zum Aushalten in schwierigen Lebensphasen geben, uns Frieden schenken, uns daran erinnern, im Sinne Jesu zu handeln.
Wachsen – von innen gestärkt
Unter einem schönen Trompetenbaum fanden wir uns zur dritten Station ein.
Christel Wissel von der katholischen Kirche St. Konrad hatte Gedanken dazu vorbereitet, welche Claudia Weidenbach-Brehm, ebenfalls von St. Konrad, vortrug.
Jeder Teilnehmer bekam ein Stück Rinde und konnte damit im wahrsten Sinne des Wortes Fühlung aufnehmen mit dem Lebensstrom aus Gott, der seine Geschöpfe stärkt und damit wachsen und gedeihen lässt. Zusammenfassend kann hier Jörg Zink zitiert werden:
„Ich wünsche dir nicht, dass du ein Mensch seist, rechtwinklig an Leib und Seele,
glatt und senkrecht wie eine Pappel oder elegant wie eine Zypresse.
Aber das wünsche ich dir, dass du mit allem, was krumm ist an dir,
an einem guten Platz leben darfst und im Licht des Himmels,
dass auch, was nicht gedeihen konnte, gelten darf,
und auch das Knorrige und das Unfertige an dir und deinem Werk
in der Gnade Gottes Schutz finden.“
Friedliche Vielfalt
Weiter führte uns der Weg nun zu einem Spielplatz an dem Flüsschen Aschaff.
Jedes Mal, so Claudia Weidenbach-Brehm, mache sich bei ihr ein schönes Gefühl von Frieden breit, wenn ihr Weg sie an diesem Spielplatz vorbeiführt.
Denn, obwohl man sagen könnte, er liege in einem sogenannten Brennpunkt, beobachte sie hier immer ein friedliches Bild. Kleine Kinder mit ihren Eltern, größere Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, auf Bänken sitzend, Menschen verschiedener Herkunft, aber alle friedlich bei- und nebeneinander.
Wie wertvoll ist es, wenn wir unseren Gott täglich neu um diesen Frieden bitten und uns mit unseren Möglichkeiten für diesen Frieden engagieren, in welcher Form auch immer.
Ziel der letzten Wegstrecke war die Neuapostolische Kirche.
Dort angekommen, wurde „Jesu Friede sei mit allen“ (Jesus-Bruderschaft Gnadenthal) unser zweites gemeinsames Lied an diesem Tag gesungen.
Anschließend betonte Stephan Wolf (Gemeindevorsteher in Ruhe), dass es ein wesentliches Merkmal Jesu war, sich den Menschen in seiner Umgebung zuzuwenden, ohne Unterschiede zu machen zwischen arm und reich, angesehen und abgelehnt, ob von anderen als würdig oder als sündig beurteilt... Damit verdeutlichte er den Wert, den jeder einzelne Mensch in den Augen Gottes hat. Dies wiederum bringt inneren und äußeren Frieden mit sich. Schön, dass wir uns als Nachfolger Christi gemeinsam darin bestärken, dem Beispiel unseres Herrn zu folgen. So können auch hier schon immer wieder kleine Friedensreiche entstehen, bzw. erhalten bleiben.
Einem Schlussgebet folgte noch ein sehr harmonisches Zusammensein bei Speis‘ und Trank.
Hier sei dem Obst- und Gartenbauverein Aschaffenburg-Damm e.V. ein besonderes Dankeschön ausgesprochen für den zur Verfügung gestellten wunderbaren Apfelmost, den Apfel- und Quittensaft sowie den Apfelwein!
14. Oktober 2025
Text:
Annette Wolf
Fotos:
Annette Wolf
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