Am 28. September 2025 erhielten Priester i.R. Friedhelm Rabe und seine Frau Elfi aus der Kirchengemeinde Klingenberg durch Bezirksevangelist Jens Schölzel den Segen zur goldenen Hochzeit. Aufgrund der zu geringen Platzkapazität in der Heimatgemeinde des Jubelpaars war die Gemeinde Klingenberg nach Aschaffenburg eingeladen.
Dem Gottesdienst lag das Textwort aus 1. Mose 14, 20b zugrunde: „Und Abram gab ihm den Zehnten von allem“.
Der Bezirksevangelist führte aus, dass das Textwort auf Dankbarkeit hinweise. Er sprach zunächst besonders das Jubelpaar an, das viel Grund zum Danken habe. Allerdings gebe es auch Sorge, Not und Traurigkeit. Alles habe Platz bei Gott, der jeden sieht, wie er ist.
Wenn man sich die Geschichte rund um das Textwort anschaue, dann handelt es sich um eine alte Kriegsgeschichte. Aber die Geschichte ist durchaus aktuell und kann uns als Vorbild dienen. Der Bezirksevangelist führte drei Punkte aus.
Vertrauen auf Gott
Abram wurde von Gott in ein unbekanntes Land geschickt. Gott sagte ihm zu, dass er ihn leiten werde. Allerdings war Gott nicht körperlich präsent oder greifbar. Abram stand auch kein sichtbarer Engel zu Seite. Trotzdem tat Abram wie ihm geheißen war, weil er Gott vertraute. Gottes Nähe ist auch heute spürbar. Daher sei es wichtig, sich immer die Frage zu stellen, ob auch wir Gott vertrauen.
Handeln aus Liebe
Dann zog Abram in ein vermeintlich schlechteres Land, während er es seinem Neffen Lot überließ, in ein reiches und fruchtbares Land zu ziehen. Abram gelangte dennoch durch eigene Arbeit und den Segen Gottes zu Wohlstand. In dem Land Lots jedoch gab es aufgrund des Reichtums immer wieder Krieg und Streit. Eines Tages kam Lot dabei in Gefangenschaft. Abram hörte davon und wollte Lot aus der Gefangenschaft befreien. Daher zog er in den Krieg, aber nicht, um sich selbst zu bereichern, sondern aus Liebe zu seinem Neffen. Es gibt viele Beweggründe, warum Menschen etwas machen. Stellen wir unsere Beweggründe daher auf den Prüfstand. Handeln wir in erster Linie aus Liebe zu Gott und den Menschen.
Geben aus Dankbarkeit
Abram hatte trotz Unterzahl an Männern den Krieg gewonnen und war auf dem Heimweg, nachdem er Lot befreit hatte. Da begegneten ihm zwei Könige. Der König von Sodom wollte ihm aufgrund seines Sieges einen geschäftlichen Handel anbieten. Abram lehnte diesen aber ab. Melchisedek, der König von Salem und auch ein Hohepriester, pries Gott und segnete Abram. Abram war bewusst, dass sein Sieg nur möglich wurde, weil Gott bei ihm war. Daher gab er aus Dankbarkeit den Zehnten. Unsere Opfer, die wir Gott geben, sollen wir aus Dankbarkeit geben. Es gilt auch für uns, dass wir nicht geben, um dann von Gott zu fordern, sondern Gottes Größe erkennen und deshalb geben.
Opfer und Segen
Zu einem Predigtbeitrag wurde der Vorsteher der Gemeinde Klingenberg, Priester Marco Estermann aufgerufen. Dieser ging auf den Begriff des Opfers als Reizthema in der heutigen Zeit ein. Er zitierte aus Maleachi 3,10: „Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ Allerdings sei das Opfer keine Investition und der Segen die Rendite. Danken käme von Denken. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir aus uns heraus nichts können.
Geheimnis einer langen Ehe
Dann ging Priester Estermann noch auf das Jubelpaar ein. Er habe sich die Frage gestellt, warum die beiden nach so einer langen Zeit noch zusammen seien und weiterhin zusammenbleiben wollten. Er beantwortete die Frage mit dem Bibelwort aus Philipper 2,3: „...in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst“. Die Formel sei, nicht so viel auf sich selbst, sondern darauf zu achten, was dem anderen dient.
Segensspendung
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls spendete der Bezirksevangelist den Segen zur goldenen Hochzeit. Er gab dem Jubelpaar das Wort aus Prediger 4, 9-12 an die Hand, indem es u.a. heißt, dass es besser sei, zu zweit zu sein als allein. Er ging besonders auf Vers 12 ein: „Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“ Als Beispiel stellte er ein Schiffstau in den Mittelpunkt, das aus mehreren Schnüren gemacht ist. Ein Tau sei stark und könne ganze Schiffe halten. Die einzelnen Stränge sind so verwoben, dass man sie nicht mehr erkennen kann. So seien auch unser Priester i.R. und seine Frau eins geworden in den 50 Jahren. Gott möge sie auch weiterhin segnen.
Nach der Segensspendung beendete Bezirksevangelist Schölzel den Gottesdienst mit Gebet und Segen. Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes hatten sich Sänger und Instrumentalisten der beiden Gemeinden zusammengefunden.
3. Oktober 2025
Text:
Anja Wassermann
Fotos:
Markus Vögele,
Lutz Zöbisch
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