Neuapostolische Christen feiern dreimal im Jahr Entschlafenen-Sonntag mit besonderen Gottesdiensten. Diese finden jeweils am ersten Sonntag in den Monaten März, Juli und November statt. Am 3. November 2024 besuchte Apostel Gerd Kisselbach erstmals zu einem solchen Gottesdienst für Entschlafene die Kirchengemeinde Wertheim, die zu unserem Kirchenbezirk Offenbach gehört.
Der Gottesdienst wurde in die Kirchengemeinden Klingenberg und Aschaffenburg per IPTV in Bild und Ton übertragen. Das besondere Gepräge dieses Gottesdienstes galt den Seelen in der jenseitigen Welt. Getreu der Glaubensüberzeugung neuapostolischer Christen ‚Jesus wirkt im Diesseits und im Jenseits‘ fand in diesem Gottesdienst auch Heilige Versiegelung eines Kleinkindes statt (Sakrament: Spendung des Heiligen Geistes durch einen Apostel). Ebenfalls in diesem Gottesdienst trat Priester Uwe Templin nach Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand.
Entschlafenen-Sonntag – Jensseitsglaube und Zukunftshoffung
Jensseitsglaube und Zukunftshoffung neuapostolischer Christen sind untrennbar verknüpft mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi. Das Wunder der Auferstehung und die Zusage seiner Wiederkunft sind Kernstücke des Evangeliums. Bei seiner Wiederkunft werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Zudem werden die Lebenden, die sich auf sein Wiederkommen vorbereiten ließen, verwandelt. Gemeinsam werden sie bei Gott vereint in Ewigkeit leben. Darauf gründet unsere Zukunftshoffnung.
Damit eng verbunden ist der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode. Neuapostolische Christen beten für Verstorbene im täglichen Gebet wie auch in den Gottesdiensten.
Da Jesus alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, besitzen neuapostolische Christen die Glaubensüberzeugung, dass Jesus nicht nur auf Erden, sondern auch in der jenseitigen Welt Heil vermittelt. Zur Zeit der ersten Christen ließen sich einige für die Toten taufen (vgl. 1. Korinther 15,29). Heute spenden Apostel an den Entschlafenen-Sonntagen in den besonderen Gottesdiensten den Entschlafenen die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl. Diese werden stellvertretend von zwei Amtsträgern entgegengenommen. In der Regel geschieht dies in den Gottesdiensten, die vom Stammapostel und den Bezirksaposteln durchgeführt werden. In den Gottesdiensten, die nicht von diesen durchgeführt werden, wird ein besonderes Gebet für die Entschlafenen gesprochen.
Predigt des Apostels
Der Apostel legte seiner Predigt das Bibelwort aus 1. Petrus 3,18.19 zugrunde: ‚Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, er ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis‘. Er stellt drei Schwerpunkte dieses Wortes heraus, die heute nach wie vor gültig sind.
Im Mittelpunkt steht das Opfer Christi. Der Gerechte, also der, der sündlos war, hat stellvertretend für die Ungerechten, die Sünder, gelitten, sein Leben hingegeben und so das Heil erworben, damit die Menschen wieder mit Gott in Gemeinschaft treten können.
Damit hat er den Weg gelegt, der die Menschen zu Gott führt. Im Johannesevangelium sagt Jesus: ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich‘.
Im dritten Schwerpunkt dieses Petruswortes steht die Botschaft: ‚Christus wirkt auch im Jenseits‘! Er hat Seelen (Geistern) das Heil gepredigt, die zu ihren Lebzeiten auf Erden die Gemeinschaft mit Gott nicht gesucht hatten.
Dies führt direkt zum zweiten Glaubensartikel: ‚Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, glitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben, begraben, eingegangen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er wiederkommen‘.
Predigtzugabe
In diesem Gottesdienst trat Priester Templin in den Ruhestand. Dies nahm der Apostel zum Anlass, ihn ein letztes Mal um eine Predigtzugabe zu bitten.
Heilige Versiegelung
Nach dem Gebet ‚Unser Vater‘ und der Sündenvergebung folgte die Heilige Versiegelung. Anschließend feierte der Apostel mit der Gemeinde Heiliges Abendmahl. Es folgte ein besonderes Fürbittengebet für die Entschlafenen. Die Sakramentsspendungen für die Seelen im Jenseits erfolgte in den Gottesdiensten des Stammapostels Jean-Luc Schneider und des Bezirksapostels Stefan Pöschel. Nach Schlussgebet und Segen endete der Gottesdienst.
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