In Wertheim trafen sich Anfang Juni über 30 Gemeindemitglieder der Generation 60plus aus mehreren Gemeinden zu einem Gottesdienst mit anschließendem Beisammensein. Der Tag war geprägt von geistlichen Impulsen, persönlichen Gedanken zur Lebenssituation im Alter und einem gemeinsamen Ausklang im Spessart.
Am Sonntag, 7. Juni2026, kamen mehr als 30 „Best Ager" aus den Gemeinden Aschaffenburg, Wertheim sowie weiteren umliegenden Gemeinden in der Kirche in Wertheim zusammen. Insgesamt füllten über 40 Teilnehmer den Gottesdienstraum.
Der Gottesdienst wurde bei sommerlichen Temperaturen von Bezirksevangelist Jens Schölzel geleitet. Unterstützt wurde er von Hirte i. R. Stefan Wolf, der vom Apostel beauftragt ist bei Engpässen an Geistlichen in den Gottesdienst aktiv mitzuwirken.
Zum Beginn des Gottesdienstes wurde das Lied Nr. 224 aus dem neuapostolischen Gesangbuch „O Wunderliebe, die mich wählte" gesungen. Als Textwort diente ein Vers aus dem Lukasevangelium (Lukas 10,20): „Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind."
Gedanken zur Bedeutung von Dienst und Dank
In seiner Predigt stellte der Bezirksevangelist die Frage nach dem Ursprung von Freude und Anerkennung im christlichen Handeln. Er verwies darauf, dass die Jünger Jesu nach ihrer Rückkehr von ihren Sendungen zunächst über die ihnen verliehene Vollmacht berichteten, bevor Jesus ihre Aufmerksamkeit auf eine andere Perspektive lenkte.
Zur Veranschaulichung berichtete er aus einem persönlichen beruflichen Kontext. Er habe in einer früheren Aufgabe Mitarbeitende in Notlagen finanziell unterstützt. Die dankbare Reaktion der Betroffenen sei zwar spürbar gewesen, jedoch habe er selbst dabei lediglich im Auftrag gehandelt. Entscheidend sei nicht die eigene Anerkennung, sondern der Nutzen für andere.
Diese Haltung übertrug er auf das christliche Leben im Alltag: Hilfe und Zuwendung seien nicht Selbstzweck, sondern Ausdruck von Verantwortung gegenüber Mitmenschen.
Im weiteren Verlauf der Predigt wurden mehrere biblische Gleichnisse aufgegriffen: der verlorene Sohn, das verlorene Schaf und der verlorene Groschen. Allen Beispielen gemeinsam sei, so die Auslegung, die Erfahrung von Wiederfinden und damit verbundener Freude. Er fasste diesen Gedanken mit dem Hinweis zusammen, dass die Zusage aus dem Textwort eine grundlegende Perspektive eröffne: die Bedeutung des „im Himmel geschriebenen Namens" übersteige irdische Anerkennung.
Im Zusammenhang mit der Taufe wurde zudem auf die Bedeutung von Wasser- und Geistestaufe als Grundlage der Berufung zur Gemeinschaft der Glaubenden verwiesen.
Lebensrealität im Alter
Hirte i. R. Stefan Wolf ergänzte in seiner Predigtzugabe mit einem kurzen Beitrag aus eigener Erfahrung. Er wies darauf hin, dass im höheren Lebensalter körperliche Kräfte nachlassen und manches nicht mehr in gleichem Umfang möglich sei wie früher.
Gleichzeitig betonte er den bleibenden Gedanken des Gottesdienstes: „Dass unsere Namen im Himmel angeschrieben sind." Dieser Gedanke könne im Alltag Orientierung geben, unabhängig von körperlichen Einschränkungen oder veränderten Lebensumständen.
Sündenvergebung und Abendmahl
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde die Bedeutung der Sündenvergebung und des Heiligen Abendmahls hervorgehoben. Der Bezirksevangelist machte deutlich, dass die Zusage der Vergebung als Ausdruck göttlicher Zuwendung verstanden werde.
Er verwies darauf, dass diese Möglichkeit der Freisprache von Sünden durch die Beauftragung im kirchlichen Amt vermittelt werde und damit als wiederkehrende geistliche Stärkung im Gemeindeleben diene.
Gemeinsamer Ausklang in der Kartause Grünau
Im Anschluss an den Gottesdienst machten sich die Teilnehmenden mit den privaten PKW‘s auf den Weg zur rund zehn Kilometer entfernten Kartause Grünau. Das ehemalige Kartäuserkloster liegt im idyllischen Spessart und bot den Rahmen für einen gemeinsamen Nachmittag.
Bei Essen und Getränken nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zum gemeinsamen Verweilen. Gegen 15 Uhr traten die meisten Gäste die Heimreise an.
Dank und Rückblick
Abschließend wurde den Organisatoren des Treffens sowie den beteiligten Amtsträgern gedankt. Besonders erwähnt wurde der Einsatz des Seniorenbeauftragten Priester in Ruhe Uwe Templin und seiner Frau Uschi für die Organisation des Tages.
Ebenso galt der Dank den Dienenden für den Gottesdienst sowie für die Rahmenbedingungen des Treffens, das bei stabilen sommerlichen Wetterverhältnissen stattgefunden hat.
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