Am 18. April 2026 machten sich die Religionsschülerinnen und -schüler aus Aschaffenburg und Klingenberg gemeinsam mit ihren Familien und der Lehrerin auf den Weg nach Frankfurt, um zum Abschluss des Unterrichtsjahres das Bibelhaus Erlebnismuseum zu besuchen.
Das Museum ist in drei Bereiche gegliedert: Altes Testament, Neues Testament und Buchdruck. Unser Rundgang begann im Bereich des Neuen Testaments. Besonders eindrücklich waren die Informationen zum See Genezareth, der etwa 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und von hohen Bergen umgeben ist. Dadurch können dort plötzlich und unerwartet heftige Stürme entstehen. Diese Situation wurde lebendig, als alle in einem detailgetreuen Nachbau eines Fischerbootes Platz nahmen und gemeinsam die biblische Geschichte von der Stillung des Sturms nachempfanden.
Im Anschluss führte der Weg in den Bereich des Buchdrucks. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass die Bibel ursprünglich in Griechisch sowie Hebräisch bzw. Aramäisch verfasst wurde und danach in weitere Sprachen übersetzt wurde, bis Martin Luther schließlich eine allgemein verständliche deutsche Übersetzung schuf. Besonders interessant war ein Nachdruck der Ottheinrich-Bibel aus dem 15. Jahrhundert, das ältesten illustrierte Neue Testament in deutscher Sprache. Die Fertigstellung dieser Bibel dauert fast 100 Jahre.
Ein besonderes Erlebnis war zudem, dass sich alle an einer historischen Gutenberg-Druckmaschine selbst ausprobieren durften und eine Kopie der Weihnachtsgeschichte drucken konnten – ein schönes Andenken an diesen Tag.
Das Highlight bildete aber der Besuch im Bereich des Alten Testaments. Hier konnten die Teilnehmer u.a. ein Modell der Tempelanlage in Jerusalem zur Zeit Jesu sowie einen Nachbau des Tempels betrachten, den Salomo errichten ließ. In einem originalgetreu nachgebauten Beduinenzelt nahmen alle Platz und tauchten in das Nomadenleben zur Zeit Abrahams ein. Die Museumsführerin erklärte anschaulich, wie damals bis zu 20–25 Menschen in einem Zelt lebten, wie ihr Alltag aussah und wie viel Zeit – bis zu vier Stunden täglich – allein für das Mahlen von Getreide benötigt wurde, um daraus für die ganze Familie Brot zu backen. Währenddessen wurden die Kinder von ihren Eltern unterrichtet.
Auch die Bedeutung von Gastfreundschaft wurde eindrucksvoll vermittelt: Fremde wurden stets willkommen geheißen und bewirtet. Zum Abschluss erzählte die Museumsführerin auf lebendige und mitreißende Weise die Geschichte von Abraham und Sarah und ihrem späten Kinderglück. Dabei wurde auch deutlich, dass die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Islam bis in diese Zeit zurückreichen.
Insgesamt war es ein sehr interessanter, anschaulicher und lehrreicher Ausflug für Groß und Klein und ein gelungener Abschluss des Unterrichtsjahres. Herzlichen Dank an Andrea Korsig für die Organisation.
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