Am Sonntagmorgen, 12. April 2026 versammelte sich die Gemeinde zu einem Gottesdienst, der ganz im Zeichen des Friedens stand – eines Friedens, der tiefer geht als äußere Umstände. Bezirksvorsteher Evangelist Steffen Möll führte durch einen bewegenden Verlauf, der von der biblischen Botschaft über persönliche Impulse bis hin zur Bestätigung zweier Amtsträger reichte.
Schon im Eingangsgebet wurde die Spannweite des Anliegens deutlich: Dank für die Schöpfung, für das Erlösungswerk Jesu Christi und für die Gemeinschaft der Gläubigen verband sich mit Fürbitten für eine unruhige Welt. Kriege, Not und persönliche Sorgen wurden ebenso vor Gott gebracht wie der Wunsch nach innerem Frieden und gestärkter Zuversicht für die kommende Woche.
„Friede sei mit euch“
Im Mittelpunkt der Predigt stand das Wort aus Johannes 20,19.20 in dem der auferstandene Christus seinen Jüngern begegnet. Die Szene ist geprägt von Angst und Unsicherheit – verschlossene Türen, ungewisse Zukunft. Genau in diese Situation hinein spricht Jesus: „Friede sei mit euch.“
Der Bezirksvorsteher machte deutlich: Dieser Friede ist mehr als ein flüchtiges Gefühl. Während menschlicher Friede oft zerbrechlich ist und schon durch kleine Anlässe verloren gehen kann, ist der Friede Christi tragfähig. Er wächst besonders dort, wo Menschen Unfrieden erlebt haben und erkennen, wie kostbar echter Friede ist.
Dabei wurde auch die praktische Dimension angesprochen: Frieden erfordert Einsatz. Vergebung, Respekt und die Bereitschaft, den anderen anzunehmen, sind Voraussetzungen. Der Versuch, Menschen grundlegend verändern zu wollen, scheitert hingegen oft – wirkliche Veränderung kommt aus Gottes Kraft.
Begegnung, die verändert
Anhand der biblischen Berichte nach Ostern machte der Evangelist deutlich, wie Begegnungen mit dem auferstandenen Christus Menschen verwandeln:
- Aus Trauer wird Zuversicht (Maria am Grab),
- aus Ratlosigkeit wird Gewissheit (die Jünger auf dem Weg nach Emmaus),
- aus Angst wird Freude und Sendungsbewusstsein (die versammelten Jünger)
Diese Begegnungen münden schließlich in einen Auftrag: Das Evangelium weiterzutragen. Verbunden damit ist die Gabe Heiligen Geistes (im Sinne von Amtsvollmacht) und die Vollmacht zur Sündenvergebung – ein zentraler Wendepunkt, der den Zugang zu Gott neu eröffnet.
Ein „lesbarer Brief“
Ein eindrückliches Bild griff der Bezirksvorsteher aus den Worten des Apostels Paulus auf: Christen sollen „lesbare Briefe“ sein. Nicht geschrieben auf Papier, sondern sichtbar im Leben. Es gehe darum, dass Glaube im Verhalten erkennbar wird – unabhängig von Sprache oder Herkunft. Dabei wurde auch betont: Dieses Ziel ist kein Wettbewerb. Frieden lässt sich nicht messen oder vergleichen. Er wächst in jeder einzelnen Situation neu und braucht immer wieder die Kraft aus der Begegnung mit Christus, insbesondere im Heiligen Abendmahl.
Predigtzugabe: Frieden als Grundlage
Im Predigtbeitrag unterstrich Priester Erich Menhart diesen Gedanken. Der Friede Christi sei die Grundlage für alles weitere – gerade, weil er den Jüngern zunächst fehlte. Ohne diesen inneren Frieden könne das Evangelium nicht wirken. Er zog Parallelen zur heutigen Zeit: Auch wenn äußerlich zeitweise Ruhe herrscht, bleibt Frieden eine ständige Herausforderung. Umso bedeutender sei es, im Gottesdienst immer wieder neu gestärkt zu werden und diesen Frieden weiterzugeben.
Zufriedenheit statt Vergleich
In der Fortführung lenkte der Bezirksvorsteher den Blick auf ein zentrales Hindernis für Frieden: den Vergleich untereinander. Neid und Unzufriedenheit entstünden oft daraus, dass Menschen sich ständig messen. Dem stellte er die „Zufriedenheit“ gegenüber – ein inneres Ruhen in sich selbst. Wer zufrieden ist, kann anderen Gutes gönnen. Diese Haltung wachse aus dem Bewusstsein, dass der Mensch Nichts mitnimmt aus diesem Leben und auf Gottes Gaben angewiesen bleibt.
Heiliges Abendmahl und Vergebung
Im weiteren Verlauf führte der Gottesdienst zur Feier des Heiligen Abendmahls. In der Verkündigung der Sündenvergebung wurde noch einmal die zentrale Botschaft deutlich: Durch das Opfer Jesu Christi ist Versöhnung möglich – ein Geschenk, das nicht erkauft werden kann, sondern im Glauben angenommen wird.
Neue Geistliche für die Gemeinde bestätigt
Ein besonderer Moment war die Bestätigung zweier Amtsträger für die Gemeinde. Der Bezirksvorsteher verband diesen Schritt mit einem anschaulichen Vergleich: Während im Alltag vieles ohne Strom nicht funktioniert, gilt im Werk Gottes ein anderer Maßstab. Der Dienst am Menschen, das Gebet, die Seelsorge – all das braucht keine äußere Energiequelle, sondern lebt aus der inneren Kraft des Glaubens und der Liebe.
Die Gemeinde wurde ausdrücklich eingeladen, die neuen Amtsträger, Priester Sebastian Dillenburger und Diakon Michael Hönicke anzunehmen und ihren Dienst mitzutragen.
Ein Gottesdienst, der nachwirkt
Am Ende blieb der Eindruck eines Gottesdienstes, der nicht nur Inhalte vermittelte, sondern spürbar bewegte. Die Verbindung von biblischer Botschaft, lebensnahen Beispielen und gemeinschaftlichem Erleben machte deutlich: Der Friede Christi ist kein abstrakter Begriff, sondern eine Kraft, die trägt – im persönlichen Leben ebenso wie in der Gemeinschaft.
Mit Dank, Segen und der Hoffnung auf die Wiederkunft Christi konnte nun jeder Gläubige in die kommenden Tage starten – gestärkt und neu ausgerichtet.
14. April 2026
Text:
Astrid Körner
Fotos:
Eberhard Momberger
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