Am 20. Juli 2025 fand in der Neuapostolischen Kirche Klingenberg ein Jugendgottesdienst für den gesamten Kirchenbezirk Offenbach statt. Bezirksevangelist Jens Schölzel diente der versammelten Jugend und wurde durch weitere Amtsträger unterstützt. Das zentrale Thema war die Freundschaft – untereinander und zu Jesus Christus.
Zu Beginn des Gottesdienstes wandte sich Bezirksevangelist Schölzel in einem tief empfundenen Gebet an Gott. In der Gemeinschaft junger Glaubensgeschwister wurde Dank ausgesprochen – für das Zusammenkommen, für die Nähe Jesu Christi und für das Vertrauen, mit dem Sorgen und Lasten symbolisch in Form von Steinen am Altar niedergelegt wurden. Der Wunsch: Möge Gottes Geist wirken, möge jeder Einzelne spüren, dass Gott auf seiner Seite steht.
Predigt: „Ein Freund liebt allezeit“
Die Grundlage des Gottesdienstes bildete ein Vers aus den Sprüchen:
„Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren“ (Sprüche 17,17).
Bezirksevangelist Schölzel sprach über die Bedeutung echter Freundschaft. Er erzählte, wie er selbst einen Stein mitbrachte, als Zeichen eigener Sorgen. In eindrucksvollen Bildern – wie der Geschichte vom Mann mit dem Rucksack, der auf einem Traktor mitfährt, den Rucksack aber nicht absetzt – machte er deutlich: Oft tragen wir unsere Last weiter, obwohl wir längst Hilfe bekommen haben.
Freundschaft zeigt sich besonders dann, wenn andere sich abwenden. Der Prediger erinnerte an den Moment, als viele Jünger Jesus verließen, weil sie seine Worte nicht verstanden. Nur wenige blieben – nicht, weil sie alles begriffen, sondern weil sie ihm vertrauten. Ein Freund bleibt, auch wenn es schwerfällt.
Freundschaft braucht Vertrauen
Der Bezirksevangelist ermutigte die Jugendlichen, sich Gott anzuvertrauen – mit konkreten Sorgen, mit ehrlichen Bitten. Und auch im Miteinander sei es wichtig, Freundschaft zu leben: nicht nur durch Hilfe, sondern auch, indem man anderen erlaubt, einem zu helfen. Ein Zitat, das ihn bewegte:
„Freunde gewinnt man, indem man sich eine Gunst erweisen lässt – nicht, indem man eine Gunst erweist.“
Vertrauen bedeutet auch, eigene Schwächen zu zeigen. Wenn jemand für mich betet, entsteht Nähe. „Willst du einen Freund haben, sei du ein Freund“, so der Aufruf.
Jesus selbst habe das Ideal einer solchen Freundschaft gelebt. Er erwartete kein Aufopfern, sondern echte Nächstenliebe im Alltag – wie der barmherzige Samariter, der nicht allen, aber dem einen half, der gerade seine Hilfe brauchte.
Predigtzugaben: Freundschaft konkret
Priester Marco Estermann erinnerte an Dale Carnegies Buch *„Wie man Freunde gewinnt“* – ein Zeichen dafür, wie sehr Freundschaft heute zur Herausforderung geworden ist. Er stellte die bekannte 80-20-Regel auf Freundschaft um: „Echte Freundschaft heißt: 80 % geben, 20 % nehmen.“
Priester Matthias Bäzner erzählte die Geschichte zweier Freunde in der Wüste. Nach einem Streit schrieb einer in den Sand: „Heute hat mich mein Freund geschlagen.“ Später, als der andere ihn rettete, meißelte er in Stein: „Heute hat mir mein Freund das Leben gerettet.“ Die Botschaft: Das Schlechte vergeht, das Gute bleibt – in Freundschaft, wie auch im Glauben.
Diakon Tobias Schölzel sprach offen über eigene Verletzlichkeit – symbolisiert durch einen Riss im Hemd. Freundschaft beginnt oft damit, dass man Schwäche zeigt und einfach nur zuhört.
Abschlussgedanke: Jesus – der Freund, der bleibt.
Bezirksevangelist Schölzel schloss den Gottesdienst mit einem starken Bild: „Jesus ist unser 80-20-Freund.“ Er hat uns das Leben gebracht, wie einst Lazarus. Und wir? Wir können ihm das geben, was wir haben: Raum in unserem Herzen.
Die Jugendlichen wurden ermutigt, Jesus als Freunde zu begegnen: als jemandem, der nicht geht, wenn wir versagen. Der nicht urteilt, sondern auf unserer Seite bleibt. Der zuhört, der heilt, der begleitet.
„Jesus glaubt an dich. Er steht zu dir. Immer.“
Nach Sündenvergebung, Feier des Heiligen Abendmahls, Schlussgebet und Schlusssegen wurde der Gottesdienst beendet.
Gemeinschaft auch nach dem Gottesdienst
Nach dem Gottesdienst blieben viele Jugendliche sowie die mitgereisten Amtsträger noch vor Ort, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Bei sonnigem Wetter und bester Stimmung wurde der Platz rund um die Kirche zum Treffpunkt lebendiger Gemeinschaft. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Leckeres vom Grill, erfrischende Getränke und viele gute Gespräche machten das Zusammensein zu einem besonderen Erlebnis … und es ging noch weiter: Wer noch Zeit hatte, fand sich am Nachmittag noch am Strandbad in Niedernberg, der Honisch Beach, ein. Neue Kontakte wurden geknüpft, bestehende Freundschaften vertieft – ganz im Sinne des Gottesdienstthemas. Dieses gesellige Miteinander war mehr als nur ein Ausklang – es war gelebter Glaube, wie er im Alltag erfahrbar wird: offen, herzlich und verbindend. Ein gelungener Abschluss eines Tages, der sicher noch lange nachklingen wird.
22. Juli 2025
Text:
Bernd W. Kiesel,
Jens Schölzel
Fotos:
Bettina Bäzner
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