„Oh, what Joy to walk the christian way" – Von Nächstenliebe, Vertrauen und der bewussten Entscheidung, ein Christ zu sein Konfirmationsgottesdienst der Gemeinden Hanau, Kinzigtal und Seligenstadt am 18. Mai 2025 in der Kirche in Hanau.
Mit großer Freude feierten diese drei neuapostolischen Kirchengemeinden in Hanau gemeinsam einen berührenden Konfirmationsgottesdienst. Sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden legten ihr Gelübde ab und trafen damit eine bewusste und persönliche Entscheidung für ein Leben im christlichen, neuapostolischen Glauben.
Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Philipper 2, 4:
„Und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem Anderen dient."
Das Leben als ein Boot
Bezirksvorsteher Steffen Möll zeichnete zu Beginn der Predigt ein starkes Bild: Das eigene Leben als ein Boot – manchmal ein Segelboot, das mit leichtem Wind vorankommt, manchmal ein Tretboot, das mit viel Kraft bewegt werden muss, oder auch eine luxuriöse Yacht, die scheinbar alles hat. Doch unabhängig vom Bootstyp gilt: Ohne Antrieb – sei es Wind, Kraft oder Benzin geht es nicht vorwärts. Dieses Sinnbild übertrug er auf das Glaubensleben: Ein sicherer, gelassener Glaube ist der Antrieb und Jesus Christus der beste Steuermann. Er sollte immer mit im Lebensboot sitzen, das Ruder übernehmen dürfen, wenn nötig und helfen, Kurs zu halten.
Einprägsam geschmückt war auch der Altar: Kleine Segelboote mit den Namen der Konfirmanden und dem Namen Jesu erinnerten daran, dass Christus in jedem Lebensschiff mitfahren möchte. „Nimm Jesus in dein Lebensschiff" – diese Einladung wurde spürbar in allen Teilen des Gottesdienstes
Liebe zu Jesus Christus und dem Nächsten
Zentrale Themen des Gottesdienstes waren die Nächstenliebe, das Vertrauen in Jesus Christus und die tägliche Entscheidung, ein Christ zu sein. Der Bezirksvorsteher führte aus, dass das Leben genuss- und freudvoll sein darf und soll – aber nicht auf Kosten anderer. Der Nächste sollte immer mit in den Blick genommen werden und die goldene Regel, die Jesus einst gegeben hat, gibt hier Rahmen und Orientierung (Matthäus 7, 12: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“
Auch die fünf Impulse, die er den Konfirmanden mit auf den Weg gab, griffen diese Themen auf:
- Entsagt dem Teufel und all seinem Werk und Wesen– eine tägliche Entscheidung gegen das Schlechte, auch wenn es oft naheliegt oder vermeintlich einfacher zu sein scheint.
- Seid gehorsam gegenüber dem Willen Gottes – in den Geboten und im Vorbild Jesu Christi erkennbar.
- Setzt Prioritäten – besonders für das eigene Seelenheil.
- Akzeptiert die von Gott gesetzten Diener – und erkennt hier immer das Gute.
- Seid bereit für Veränderungen – im Glauben wie im Leben.
Predigtbeitrag Priester Borrmann
Priester Andreas Bormann übermittelte seine Botschaft ebenfalls durch lebendige Bilder: In einer „Regatta des Lebens" sei es leicht, sich auf seine eigene Geschwindigkeit zu konzentrieren und andere beiseitezuschieben – doch wenn Jesus wirklich mit im Boot ist, stehen Rücksichtnahme, Mitgefühl und das gemeinsame Vorankommen im Vordergrund.
Die Konfirmationshandlung
Die Konfirmationshandlung leitete auf eindringlich Weise der Poetry Slam von Diakon Tobias Schölzel, begleitet von Alexander Schamal am Klavier ein. Ein eindrücklicher Gruß der Jugend an die ganze Festgemeinde: „Gott leitet – gerade im Zweifel", so die Kernbotschaft des Sprechgesangs, schenkt klare Sicht auf das Wesentliche und sorgt für seine Kinder.
Im Anschluss daran wandte sich Bezirksvorsteher Möll an die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich vor dem Alter versammelt hatte. Dabei griff er symbolisch auf eine 5-D-Mark-Gedenkmünze zurück, die das Konterfei von Albert Schweitzer trägt. Dieser sagte einmal: „Der einzige Weg, glücklich zu sein, ist, andere glücklich zu machen.“ Der Evangelist erklärte: Auch im Leben gelte es, bewusst zu wählen – wie bei einem Münzwurf, bei dem die Seite, die oben liegt, häufiger wieder oben landet. „Legt das Gute nach oben – bei jeder Entscheidung. Überlasst es nicht dem Zufall. Ihr habt es selbst in der Hand."
Ein bewegender Moment war auch die Verlesung des Briefes von Stammapostel Schneider. Er rief die Konfirmandinnen und Konfirmanden dazu auf, bewusst die Nachfolge Jesu anzutreten und im Alltag Gottes- und Nächstenliebe zu leben – auch wenn es nicht immer einfach ist. Doch eines sei gewiss: Gutes zu tun ist nie unmöglich. Und wer diesen Weg geht, kann selbst für viele ein Segen sein.
Nach Gelübde, Abendmahl und Schlusssegen setzte der Chor mit dem Lied „We shall be glad" einen mitreißenden Schlusspunkt und sang von der Freude, den christlichen Weg zu gehen.
25. Mai 2025
Text:
Bettina Vögele
Fotos:
Sandra Hermelbracht,
Andreas Wagner
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