Nach fast 55 Jahren Gemeindeleben in Bad Orb wurde am 18. Dezember 2024 das Kirchengebäude entwidmet.
Predigt
Der Dienstleiter, Bischof Jürgen Kramer, stellte den besonderen Gottesdienst unter das Textwort aus Hebräer 13, 14: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Er erwähnte, dass auch seine Heimatgemeinde geschlossen wurde und er immer noch daran erinnert wird, wenn er an dem Gebäude vorbeifährt.
Das besondere Wort, die zukünftige Stadt, spiegelt unsere Einstellung zum Leben auf der Erde und unser Hoffen auf die zukünftige Stadt wider. Es spiegelt auch die tatsächliche reale Gemeinde wider:
- Die Gemeinde existiert und wandelt sich auch unabhängig vom Kirchengebäude.
- Das Kirchengebäude ist Rückzugsort und Begegnungsstätte mit Gott.
- Die Gemeinde wartet auf das verheißene zukünftige himmlische Jerusalem, auf die Gemeinschaft mit Gott.
- Wir warten nicht nur, wir suchen aktiv nach der Stadt Gottes und arbeiten darauf hin, dass die zukünftige Stadt unser zu Hause wird.
Genauso sollten wir in der Gemeinde im Hinblick auf das neue Kirchengebäude, auf die neue Gemeinschaft „suchen“, also aktiv sein. Wenn wir wollen, dass auch die neue Gemeinde ein Ort wird, um Gott näher zu kommen, dann gilt es nach den Dingen zu suchen, die diesen physischen Ort zu einer Begegnungsstätte mit Gott macht. Das bedeutet:
- Aufeinander zugehen
- Sich im Wesen Jesu üben
- Zuversichtlich in die Zukunft blicken
Predigtzugabe
In einer Predigtzugabe erinnerte der Gemeindevorsteher Priester Michael Wagner daran, worum es in der Gemeinschaft mit Gott geht. Es geht darum, Gott zu ehren und sich auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten. Eine neue Gemeinde und ein neues Kirchengebäude bedeuten für Jeden eine Umstellung, jedoch sind der Glaube und das Ziel immer aktuell und es gilt, sich darauf zu konzentrieren.
Es erwartet keiner, dass wir uns nicht mehr an unsere alte Gemeinde erinnern. Aber wir machen es uns zur Aufgabe, sich nicht zu sehr an Äußerlichkeiten aufzuhalten, sondern uns auf Jesu konzentrieren und dass in einer neuen Gemeinde.
Es folgte eine Lesung aus der Gemeindechronik Bad Orb.
Zum letzten Mal wurde in der Kirche die Sündenvergebung gespendet und das Sakrament des Heiligen Abendmahls gefeiert. Es folgte ein Gebet mit der liturgischen Entwidmungsformel.
Nach dem Schlusssegen übergab der Bischof die Heilige Schrift an den Gemeindevorsteher, sowie die Abendmahlskelche an zwei Priester, die sie feierlich aus dem Kirchensaal trugen.
Der letzte und besondere Gottesdienst wurde umrahmt von Orgel, Chor und Gemeindegesang.
22. Dezember 2024
Text:
Astrid Körner
Fotos:
Sandra Hermelbracht
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